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KolonialismusVersöhnungsabkommen zwischen Deutschland und Namibia paraphiert

Ein Denkmal zur Erinnerung an den von deutschen Kolonialtruppen begangenen Völkermord an den Herero und Nama im Zentrum der Hauptstadt Windhoek. (Picture Alliance / dpa / )
Deutscher Völkermord in Namibia: In Windhoek erinnert ein Denkmal an die deutschen Verbrechen an den Herero und Nama. (Picture Alliance / dpa / )

Nach jahrelangen Verhandlungen hat sich Deutschland mit Namibia auf ein Abkommen zur Wiedergutmachung deutscher Kolonialverbrechen verständigt.

Darin erklärt sich Deutschland bereit, den Vernichtungskrieg gegen die Herero und Nama aus heutiger Sicht als Völkermord anzuerkennen. Ein gemeinsam erarbeitetes Dokument wurde nach Informationen des Deutschlandfunks in Berlin von den Verhandlungsführern, dem früheren CDU-Abgeordneten Polenz und dem namibischen Ex-Diplomaten Ngavirue, paraphiert. In etwa zwei Wochen soll die Vereinbarung von den Außenministern beider Länder in Namibia unterzeichnet werden.

Vereinbart wurde unter anderem, dass Bundespräsident Steinmeier zu einem Festakt im namibischen Parlament kommen wird, um dort offiziell um Entschuldigung zu bitten. Als Entschädigung soll es finanzielle Unterstützung für soziale Projekte geben, die den Siedlungsgebieten der betroffenen Volksgruppen zugute kommen.

Die Verhandlungen wurden seit 2015 geführt. Auch Vertreter der Herero und Nama waren beteiligt. Zwischen 1904 und 1908 hatten deutsche Kolonialtruppen nach einem Aufstand der beiden Volksgruppen mehrere zehntausend Menschen getötet.

Diese Nachricht wurde am 15.05.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.