Die Nachrichten
Die Nachrichten

KommunikationswissenschaftHaben Medien zu positiv über Merkel berichtet?

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer letzten Bundespressekonferenz. Sie streckt einen Daumen in die Höhe. (Pool Reuters/Hannibal Hanschke)
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer letzten Bundespressekonferenz. (Pool Reuters/Hannibal Hanschke)

Der Umgang der Medien mit Bundeskanzlerin Merkel lässt sich nach Einschätzung von Kommunikationsswissenschaftlern nicht so leicht einordnen.

Ob Medien insgesamt zu positiv über die CDU-Politikerin und ihre Amtszeit berichtet hätten, sei eine schwierige Frage, sagte der Mainzer Professor für Publizistik, Thomas Koch, dem Deutschlandfunk. Koch hatte den Umgang der Medien mit Merkel in den ersten Jahren ihrer Kanzlerschaft untersucht. In dieser Zeit sei Merkel zunächst noch offensiv mit konkreten Inhalten aufgetreten, führte er aus. Doch das habe sich schon bald geändert. Wenn Themen "am heißesten im Journalismus diskutiert" worden seien, habe sie sich oft gar nicht dazu geäußert. So sei es immer schwieriger für Medien geworden, Merkel inhaltlich zu greifen – und auch anzugreifen.

Der Münsteraner Kommunikationswissenschaftler Thomas Birkner konstatierte, dass sich die Kanzlerin von ihren beiden Vorgängern Helmut Kohl von der CDU und Gerhard Schröder von der SPD sehr genau abgeschaut habe, wie man es besser nicht mache. Kohl habe auf harte Konfrontation, vor allem gegenüber "den Hamburger liberalen Medien wie Spiegel, Zeit und Stern" gesetzt. Schröder dagegen habe sich als Medienkanzler inszeniert und sich dabei durch eine "zum Teil enge Umarmung" ausgezeichnet. Merkel indes habe eigentlich immer das richtige Maß zwischen Nähe und Distanz zu den Medien gehalten, so das Fazit von Birkner.

Diese Nachricht wurde am 15.09.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.