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StartseiteMusikszeneZweite Karriere im US-Exil03.03.2020

Komponist Edvard MoritzZweite Karriere im US-Exil

Für das Riemann-Musiklexikon von 1961 war er ein amerikanischer Komponist. Kein Wort darin über Berufsverbot, Ausbürgerung, Karrierebruch. Wo liegen die Wurzeln von Edvard Moritz? Ein Gesprächskonzert der Reihe "musica reanimata" geht auf Spurensuche.

Am Mikrofon: Georg Beck

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Der Saxophonist Christoph Enzel beim Konzert (Filip Veirman Photography)
Der Saxofonist Christoph Enzel interpretierte im Gesprächskonzert "musica reanimata" Werke von Edvard Moritz. (Filip Veirman Photography)
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Edvard Moritz (1891–1974) schien eine glänzende Karriere vorherbestimmt. Hineingeboren in eine jüdische Hamburger Kaufmannsfamilie, entdeckte er bald seine Passion für die Musik und bekam Klavier-, Geigen-, Kompositionsunterricht bei allerbesten Lehrern. Erst in Paris, dann in Berlin. Stolz ließ er 1919 ins Berliner Adressbuch eintragen: Edvard Moritz, Kapellmeister, Uhlandstraße 48. Es folgten Aufführungen, Verträge mit Musikverlagen, Dirigierverpflichtungen. Sein kompositorisches Oeuvre wuchs.

Nach 1933 wurden die Weichen anders gestellt. 1937 floh Moritz in die Vereinigten Staaten. Es gelang ihm, in New York eine zweite Karriere aufzubauen - jetzt mit dem Saxophon im Zentrum.

Im Gesprächskonzert des Berliner Fördervereins "musica reanimata" am 21. November 2019 im Konzerthaus Berlin erklangen frühe Klavierwerke von Edvard Moritz - kombiniert und kontrastiert mit Stücken, die er für den namhaften US-Saxophonisten Cecil Leeson geschrieben hatte.

Diese Sendung finden Sie nach Ausstrahlung 30 Tage lang in unserer Mediathek.

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