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Konflikt um Berg-KarabachArmenien und Aserbaidschan vereinbaren Waffenruhe

Aserbaidschan, Stepanakert: Ein Mann geht durch Hof eines Wohnhauses, das durch den Beschuss mit aserbaidschanischer Artillerie schwer beschädigt wurde., (Dmitri Lovetsky/AP/dpa)
Konflikt in Berg-Karabach (Archivbild) (Dmitri Lovetsky/AP/dpa)

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach haben Armenien und Aserbaidschan erneut eine Feuerpause vereinbart. Sie gilt seit 22 Uhr unserer Zeit. Bereits am vergangenen Samstag war unter Vermittlung Russlands eine Waffenruhe zustande gekommen. Sie wurde allerdings schon kurz nach ihrem Inkrafttreten gebrochen.

Dafür gaben sich beide Länder gegenseitig die Schuld. In einem Telefonat mit seinen Amtskollegen appellierte Russlands Außenminister Lawrow an beide Länder, sich an die Vereinbarung zu halten. Das Auswärtige Amt in Berlin forderte, eine dauerhafte Lösung anzustreben. Vonseiten der EU hieß es, die Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen müssten ein Ende haben.

Erneute Angriffe gemeldet

Nach Angaben der Regierung in Aserbaidschan gab es in der Nacht zu Samstag schwere Angriffe Armeniens auf die zweitgrößte Stadt des Landes, Ganja. Bei dem Raketenbeschuss seien mindestens 13 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden, teilte das Zivilschutzministerium in Baku mit.

Auch Armenien meldete Raketenangriffe Aserbaidschans, unter anderem auf die Hauptstadt von Berg-Karabach, Stepanakert. Dabei seien drei Zivilisten verletzt worden.

Das mehrheitlich von armenisch-stämmigen Menschen bewohnte Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber von Armenien kontrolliert. Der Konflikt um die Region war Ende September nach Jahren relativer Ruhe neu entflammt.

Diese Nachricht wurde am 18.10.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.