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StartseiteSpielweisenGregorianik und indische Ragas23.12.2020

Konzerte aus Europa - Festival Jazzkaar TallinnGregorianik und indische Ragas

Eine Maxime des indischen Sitar-Stars Nishat Khan ist, musikalische Grenzen zu überschreiten. Beim Konzert in Tallinn traf er auf Gleichgesinnte, denn das estnische Avantgarde-Ensemble Vox Clamantis hat die Begeisterung für den Gregorianischen Choral zusammengeführt. Ein gelungenes Klangexperiment.

Am Mikrofon: Bernd Heyder

Der Sitar Spieler Nishat Khan sitzt vor Publikum mit übergeschlagenen Beinen auf einer kleinen, schwarz ausgekleideten Bühne mit seiner indischen Langhalslaute in beiden Händen vor den Sängerinnen und Sängern, die dahinter im Halbkreis aufgestellt sind.  (Kaisa Keizars-Aron/Jazzkar)
Ustad Nishat Khan und Vox Clamantis unter der Leitung von Jaan-Eik Tulve trafen sich beim Festival Jazzkaar in der Nikolaikirche in Tallin. (Kaisa Keizars-Aron/Jazzkar)

Das größte Jazzfestival im Baltikum, Jazzkaar Tallinn, ist ein Ort der Begegnung zwischen verschiedenen Musikkulturen. Am 1. Dezember 2019 führte es im Niguliste Muuseum, der ehemaligen Nikolaikirche, das estnische Ensemble Vox Clamantis und den indischen Sitar-Virtuosen Ustad Nishat Khan zusammen.

Im gemeinsamen Musizieren, das improvisatorische Momente mit einbezog, entfalteten sie ungeahnte Wechselwirkungen zwischen zwei uralten musikalischen Traditionen aus West und Ost: dem frei schwingenden einstimmigen Liturgiegesang der römischen Kirche und den reich schattierten Tonfolgen klassischer nordindischer Ragas.

Raum blieb aber auch für Eigenes, von der altfranzösischen Mehrstimmigkeit eines Guillaume de Machaut bis zu Nishat Khans experimentierfreudigem Solospiel auf seiner indischen Langhalslaute.

Lateinische Gregorianische Gesänge und indische Ragas 

Vox Clamantis
Leitung: Jaan-Eik Tulve
Nishat Khan, Sitar
Aufnahme vom 1.12.2019 im Rahmen des Festival Jazzkaar Tallinn 2019 aus dem Niguliste Muuseum in Tallinn, Estland

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