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StartseiteVerbrauchertippMittel gegen die Miniparasiten 03.09.2018

KopfläuseMittel gegen die Miniparasiten

Ein unangenehmes Thema: Kopfläuse. Sie können in gravierenden Fällen ganze Schulkassen oder auch Kitagruppen befallen. Glaubt man Experten, dann treten relativ viele Fälle oft direkt nach den Ferien auf. Läuse sind kein Drama, verschwinden aber auch nicht von allein. Welche Mittel wirken?

Von Dieter Nürnberger

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Ein Kinderarzt untersucht den Kopf eines Kindes nach Läusen. (imago/Westend61)
Abhängig vom Produkt und dem Alter der behandelten Person können die Kosten für ein Läusemittel auch von der Krankenkasse übernommen werden (imago/Westend61)
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Sie sind nur wenige Millimeter lang, sechsbeinig und grau bis braun in der Farbe. Weshalb sie mit bloßem Auge auch nur schwer zu erkennen sind. Ein Läusebefall kann jeden treffen, doch erfahrungsgemäß nisten sich die Plagegeister besonders gern auf Köpfen von Kindern oder Jugendlichen ein. Was allerdings nichts mit fehlender oder schlechter Hygiene zu tun, sagt Lea Lukas von der Stiftung Warentest. 

"Teenager oder Kinder stecken ja öfter mal die Köpfe zusammen. Schauen auf das gleiche Smartphone, sie machen Selfies. Und das ist natürlich für die Läuse sehr praktisch. Denn sie können weder fliegen noch springen - sie krabbeln dann einfach von einem Kopf zum anderen, wenn sich diese Chance ergibt."

Die Miniparasiten finden auf haarigen Häuptern alles, was sie brauchen. Sie zapfen zur Nahrungsaufnahme winzige Mengen Blut ab, zudem legen sie ihre Eier dicht an die Haarwurzeln. Ohne eine Behandlung lässt sich das Problem deshalb nicht lösen. Die Stiftung Warentest bewertete 12 vielverkaufte Mittel gegen Läuse. Sie lassen sich grob anhand zweier unterschiedlicher Wirkweisen unterscheiden.

"Die einen wirken eher physikalisch - mit dem synthetischen Öl Dimeticon. Das verstopft sozusagen die Atemwege der Läuse. Und dann gibt es noch eine chemische Wirkweise. Das sind Produkte mit Insektengiften. Die lähmen dann die Nerven."

Resistenzen gegen Insektengifte

Grundlage für die Bewertung waren wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit der Läusemittel am Menschen untersucht haben und bestätigen. Die Präparate mit dem synthetischen Öl Dimeticon sind demnach geeignet und auch gut verträglich. Bei den Mitteln, die Insektengifte oder auch andere Öle beinhalten, ist die Wirkung bislang meist schwächer belegt. Das heißt allerdings nicht, dass sie bei der Anwendung wirkungslos sind. Doch Warentesterin Lea Lukas hat zumindest bei einigen Insektengift-haltigen Läusemitteln weitere Bedenken: 

"Bei den Insektengiften werden schon Resistenzen festgestellt. Und es sind eben Insektengifte enthalten. Und gerade Produkte, die in Sprayform angeboten werden, sind nicht ganz optimal. Bei den Sprays können eben auch feine Tröpfchen in der Atemluft verbleiben. Die atmet der Anwender dann ein - und das kann im schlimmsten Fall auch die Nerven der Anwender schädigen."

Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, sollten die Mittel auf jeden Fall großzügig aufgetragen werden. Am besten ist es, die Behandlung nach ein paar Tagen zu wiederholen. Hilft das alles nichts, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. 

Zusätzlicher Läusekamm empfohlen

"Wir raten wirklich dazu, die einschlägig erprobten Mittel zu verwenden. Und dazu immer auch ein Läusekamm. Das ist ganz wichtig. Das sind diese Kämme mit eng stehenden Zinken. Damit muss man penibel von der Kopfhaut bis zur Haarspitze durchkämen. Das möglichst auch mehrmals. Dann ist das der sichere Weg."

Die meisten Läusemittel werden in 100-Milliliter-Flaschen angeboten. Die Preisspanne liegt zwischen 8 und 23 Euro. Die Testsieger: 

"Vorne liegen 3 Produkte, die zwischen 15 und 22 Euro kosten. Das ist einmal "Dimet 20", "EtoPril" und "Jacutin Pedicul Fluid". Diese Produkte enthalten alle Dimeticon - also ein synthetisches Öl."

Abhängig vom Produkt und dem Alter der behandelten Person können die Kosten für ein Läusemittel auch von der Krankenkasse übernommen werden. Beispielsweise für die beiden Testsieger von "Dimet" und "EtoPril". Voraussetzung ist dann ein Rezept des behandelnden Arztes. 

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