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StartseiteNachrichten vertieftWie zehn Zyklone gleichzeitig20.04.2016

Korallenbleiche am Great Barrier ReefWie zehn Zyklone gleichzeitig

Die Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien hat ein beispielloses Ausmaß erreicht. 93 Prozent der Korallenbänke seien betroffen, berichten Wissenschaftler. Grund ist vor allem die hohe Wassertemperatur. Je schlimmer die Bleiche, desto geringer die Chance, dass sich ein Riff erholt.

Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien. (picture alliance/dpa - Peter Mumby)
Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien. (picture alliance/dpa - Peter Mumby)
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Besonders schlimm sei die Lage nördlich von Port Douglas, wo viele Touristenboote zu dem Naturwunder starten, so Meeresbiologe Terry Hughes: Es sei so, "als wären zehn Zyklone gleichzeitig an Land gekommen." In der dortigen Region bis nach Papua-Neuguinea lagen bislang die artenreichsten und makellosesten Korallenriffe.

Terry Hughes, der in den vergangenen Wochen mit seinen Kollegen mehr als 911 Riffe überflogen und den Schaden dokumentiert hat, sprach von einem bislang nie erlebten Ausmaß der Korallenbleiche - nach Schätzungen der Forscher sind ungefähr 50 Prozent der Korallen tot oder sterben derzeit ab. Hughes veröffentlichte eine Grafik des Befalls auf Twitter.

Einziger Lichtblick ist, dass sich die Bleiche im Süden des 2300 Kilometer langen Naturwunders in Grenzen hält.

Grund für die Korallenbleiche sind die hohen Wassertemperaturen, ausgelöst durch den Klimawandel und das alle paar Jahre auftretende Klimaphänomen El Niño. In der nördlichen Region des Great Barrier Reefs, das seit 1981 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, war das Wasser zeitweise 33 Grad warm.

Hohe Temperaturen schaden den Korallen massiv

Wenn die Wassertemperatur über längere Zeit zu hoch ist, stoßen die Korallen die Algen ab, die sie mit Nährstoffen versorgen und die bunten Farben erzeugen. Die Korallenstöcke werden weiß (Bleiche). Korallen sind Nesseltiere. Wenn die Temperatur sinkt und sich neue Algen ansiedeln, können sie überleben. Allerdings muss dies nach Schätzungen von Forschern binnen Wochen geschehen.

Der Chef der für das Riff zuständigen Marineparkbehörde, Russell Reichelt, sagte, die Wasserqualität müsse verbessert, Sedimentabgänge und Schadstoffe aus der Landwirtschaft müssten reduziert werden.

(vic/tj)

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