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StartseiteVerbrauchertippEinfaches Seifenstück: günstig und umweltfreundlich24.09.2019

KosmetikartikelEinfaches Seifenstück: günstig und umweltfreundlich

Verpackungsmüll vermeiden lässt sich auch beim Händewaschen: Statt Waschgel aus dem Spender bietet sich das klassische Seifenstück an. Die feste einfache Seife ist zudem günstiger, kommt häufig ohne Konservierungsstoffe aus und ist umweltverträglicher in der Herstellung.

Von Detlev Karg

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Kernseife liegt in einem Badezimmer auf einem Waschbecken  (dpa / picture alliance /  Andrea Warnecke)
Die klassische Seife ist auch umweltverträglicher in der Herstellung. (dpa / picture alliance / Andrea Warnecke)
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Das klassische Stück Seife ist in Deutschland in den vergangenen Jahren zur regelrechten Bückware geworden, dabei ist gängige Seife preiswert und schon ab 29 oder 39 Cent zu haben, und damit immer noch billiger als die billigste Flüssigseife im Discounter. Warum aber haben viele den Plastikspender daheim am Waschbecken? Ein Grund könnte die Befürchtung sein, dass Seife die Haut austrocknet. Doch das stimmt so nicht, sagt Birgit Huber, Bereichsleiterin Schönheitspflege beim Industrieverband Körperpflege und Waschmittel:

"Nein, Seifen sind nicht hautschädigend. Richtig ist, dass Seifen entfettende Eigenschaften besitzen, damit sie ihre Reinigungswirkung entfalten können. Den meisten Seifen werden sogenannte Rückfetter und Hautschutzstoffe zugesetzt, wie etwa pflanzliche Öle und Glyzeride, um den entfettenden Eigenschaften der Seife entgegenzuwirken."

Flüssigseife enthält im Schnitt 85 Prozent Wasser

Nicht zuletzt ist der Druck auf den Spender so einfach: Doch das führt dazu, dass man oft mehr nimmt als nötig, und schon ist die nächste Plastikflasche mit Flüssigseife fällig. Die Hersteller freut das, bezahlen die Verbraucher doch vor allem das im Produkt enthaltene Wasser mit, das als Basis jeder Flüssigseife dient. Zum Vergleich: Ein Seifenstück enthält gerade noch zehn bis zwölf Prozent. Bei Flüssigseife sind es im Schnitt 85 Prozent Wasser. 150 Gramm feste Seife reichen demgegenüber meist länger, sagt Ulrike Kallee, Chemikalienexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland:

"Ich würde auch sagen, die Seife ist definitiv ein unterschätztes Produkt. Sie ist häufig günstiger als die Flüssigseife, und weil sie kein Wasser enthält, kommt sie ohne Konservierungsmittel aus. Sie ist zum Beispiel auch praktisch auf Reisen."

Keine hygienischen Gegenargumente

Auch hygienisch sei alles unbedenklich, so die Expertin des BUND, denn auch wenn Seife offen im Bad liegt, womöglich auch in einer kleinen Seifenlache: Bakterien fühlen sich an anderen Orten wohler und bei jedem Händewaschen wird logischerweise stets frische Seifenmasse benutzt – denn sonst würde die Seife über die Zeit ja nicht stetig weniger.

Manche Flüssigseifen gibt es auch zum Nachfüllen. Allerdings ist auch der Nachschub in Plastik verpackt, so dass sich der Nutzen für die Umwelt in Grenzen hält. BUND-Expertin Ulrike Kallee:

"Es ist natürlich so, dass das Thema Plastik viele Menschen umtreibt, und zu Recht. Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass die Seife eine Renaissance erleben wird."

Klassische Seifen auch umweltverträglicher in der Herstellung

Weniger ist übrigens auch bei der Seife mehr: Einfache Produkte erfüllen zum Händewaschen am besten ihren Zweck. Teure Parfümerieseifen enthalten oft viele synthetische Duftstoffe, auf die manche Menschen empfindlich reagieren. Außerdem sind die klassischen Seifen auch umweltverträglicher in der Herstellung. Bei ihnen werden Fette unterschiedlichster Art, entweder tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, mit Natronlauge verseift. Nicht zuletzt werden so auch Reststoffe sinnvoll verwendet. Flüssige Tenside aus dem Spender sind hingegen synthetisch und basieren oft auf Erdölprodukten. Hinzu kommen noch viele andere Chemikalien und nicht zuletzt oft auch das in die Kritik geratene Mikroplastik.

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