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StartseiteVerbrauchertippGut krankenversichert im Urlaub06.05.2019

Krank im AuslandGut krankenversichert im Urlaub

Ein Albtraum: auf Reisen oder im Urlaub krank werden. Wenn dieser Fall aber doch einmal eintritt, sollte man zumindest gut abgesichert sein. Auslandskrankenversicherungen gibt es jedoch viele - worauf zu achten ist, verrät ein aktueller Test.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Paar sitzt in Liegestühlen am Mittelmeer in der Sonne, die Frau trägt eine Armschiene. (imago / Westend61)
Wer mit gebrochenem Arm in Spanien am Meer sitzen muss, sollte wenigstens eine Krankenversicherung für das Ausland haben (imago / Westend61)
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Wege zu einer Auslandskrankenversicherung gibt es einige. So versprechen beispielsweise viele Kreditkarten-Unternehmen einen solchen Schutz, doch bei genauerem Hinsehen stellt sich nicht selten heraus, dass lediglich Reisen versichert sind, die auch mit der Karte gebucht wurden. Oder dass nur der Inhaber versichert ist und nicht die Familie. Auch bei Reise- oder Flugbuchungen im Internet werden Reisekrankenversicherungen als zusätzlicher Baustein schnell mal verkauft, sagt Birgit Brümmel von der Stiftung Warentest. Auch hier bestehe das Risiko eines nicht ausreichenden Versicherungsschutzes. Ihr Ratschlag ist eindeutig:

"Machen Sie das getrennt voneinander. Denn gerade in der Situation der Reisebuchung schaut man doch eher nicht so genau hin, was man da abschließt. Besser gezielt auswählen und einzeln abschließen."

Fallstrick: die Selbstbeteiligung

92 Auslandskrankenversicherungstarife untersuchten die Warentester. Die Police kann in der Regel direkt beim Anbieter ohne vorherige Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden. Zwar haben sich die Konditionen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, dennoch sollten Auslandsreisende auf Fallstricke in den Versicherungsbedingungen achten.

"Wir empfehlen, eine Police ohne Selbstbeteiligung abzuschließen, weil man im Einzelfall nicht weiß, wie oft passiert das. Da müsste ich mich stets an den Kosten beteiligen. Dann sollte man schauen: Sind nicht irgendwelche Betragsgrenzen drin, über die ich stolpern könnte. Dass eben nur Kosten in einer bestimmten Höhe übernommen werden. Und sind einzelne Erkrankungen nicht möglicherweise ausgeschlossen."

Wichtiger Punkt: Rücktransporte aus dem Ausland

Ein besonderes Augenmerk gilt den Konditionen bei einem Rücktransport nach Deutschland. Anfallende Kosten sind hier schnell im fünfstelligen Bereich. Wichtig für die Versicherten: Es sollten nicht nur "medizinisch notwendige", sondern auch "medizinisch sinnvolle" Rücktransporte abgedeckt sein. Warentesterin Birgit Brümmel:

"Als medizinisch notwendig sieht man einen Rücktransport an, wenn die Behandlung im Reiseland so gar nicht möglich ist: aus technischen Gründen, aus hygienischen Gründen oder Ähnlichem. Medizinisch sinnvoll kann ein Rücktransport aber auch sein, wenn die Behandlung besonders lange dauert, wenn ich zu Hause vielleicht bessere Bedingungen habe, um gesund zu werden, wenn ich Sprachbarrieren habe und mich im Reiseland nicht verständigen kann. Das wäre dann auch unter Umständen medizinisch sinnvoll. Konkret: Es geht über medizinisch Notwendiges hinaus."

Einzelpolicen ab acht Euro

In der Untersuchung fiel nur ein Tarif mit "mangelhaft" durch, weil der Anbieter von vornherein psychische Erkrankungen von jeder Behandlungsmöglichkeit ausschloss und auch nur "medizinisch notwendige" Rücktransporte bewilligt. Ansonsten aber schnitt mehr als die Hälfte der getesteten Angebote sogar mit "sehr gut" ab.

"Eine Einzelpolice bekommt man schon ab acht Euro - für das ganze Jahr, also für sämtliche Reisen, die ich in diesem Jahr unternehme. Und eine Familienpolice schon ab knapp 20 Euro."

Senioren zahlen bei den meisten Versicherern allerdings Zuschläge. Nach Alter gestaffelte Jahresbeiträge sind in der Branche durchaus üblich. Einige Anbieter formulieren sogar ein Höchstalter bei Versicherungsbeginn. Der "sehr gut" bewerte Tarif "AR" der "Debeka" ist da die Ausnahme. Die acht Euro Jahresbetrag für eine Einzelperson gelten ohne Alterszuschlag.

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