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StartseiteVerbrauchertippReiseversicherungen schützen vor bösen Überraschungen10.07.2019

Krank im UrlaubReiseversicherungen schützen vor bösen Überraschungen

Wer im Ausland Urlaub macht, sollte eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen. Denn sonst kann es im Krankheitsfall richtig teuer werden. Auch eine Reiserücktrittsversicherung kann in manchen Fällen sinnvoll sein. Auf jeden Fall gilt jedoch: Vor Vertragsabschluss das Kleingedruckte lesen.

Von Klaus Deuse

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Ein Paar sitzt in Liegestühlen am Mittelmeer in der Sonne, die Frau trägt eine Armschiene. (imago / Westend61)
Im Urlaub zu erkranken ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch richtig teuer werden (imago / Westend61)
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Für Bianca Boss vom Bund der Versicherten gehört eine Auslandsreise-Krankenversicherung auf jeden Fall mit ins Reisegepäck. Denn sie deckt die Kosten ab, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen werden für eine Heilbehandlung im Ausland.

"Vor allen Dingen eben halt der medizinisch notwendige Rücktransport, der wirklich richtig teuer werden kann."

Ein Ambulanzflug von Mallorca nach Deutschland etwa kann mehr als 10.000 Euro kosten. Einige Versicherer kommen nur für den "medizinisch notwendigen Rücktransport" auf. Andere auch dann, wenn er "medizinisch sinnvoll und vertretbar" ist. Das heißt: die Aussicht auf einen besseren Heilungsverlauf in vertrauter Umgebung besteht. Auf den Unterschied in den Klauseln sollte man unbedingt achten.

Ein Gelber Engel landet und startet in Liebertwolkwitz bei Leipzig (picture alliance / dpa / Volkmar Heinz)Nicht jede Krankenkasse deckt den Rücktransport eines Kranken aus dem Ausland mit ab (picture alliance / dpa / Volkmar Heinz)

Je älter, desto teurer wird es

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung kostet im Jahr nach Angaben des Bundes der Versicherten zwischen 20 und 30 Euro. Teurer wird es allerdings für Ältere, die bei manchen Versicherungen doppelt so viel zahlen wie jüngere Kunden. Im Durchschnitt liegt die Altersgrenze, ab der höhere Prämien gelten, bei Mitte 60. Dennoch, sagt Bianca Boss, sei dies ein bezahlbarer und fast existenzieller Schutz.

"Deswegen würde ich auch älteren Personen immer dazu raten, da sie ja vielleicht ohnehin etwas krankheitsanfälliger sind, so eine Versicherung abzuschließen."

Der Schutz erstreckt sich über eine Reisedauer von 42 oder 56 Tagen. Übrigens für beliebig viele Reisen im Jahr. Allerdings übernehmen die Versicherer in der Regel nicht die Kosten für Erkrankungen oder Krankheitsschübe, die auf eine Vorerkrankung zurückzuführen sind. Darum sollte man vor Abschluss einer solchen Police das Kleingedruckte ganz genau lesen, rät Bianca Boss.

"Diejenigen, die Vorerkrankungen haben, die sollten ganz klar darauf achten, dass in ihren Versicherungsbedingungen nicht Leistungseinschränkung steht. Denn das kann halt eben bei chronisch Kranken dazu führen, dass der Versicherungsschutz ausgehöhlt wird."

Im Zweifel eine ärztliche Bescheinigung vorlegen

Im Zweifel kann es nicht schaden, Details mit dem Versicherungsunternehmen zu besprechen und eventuell auch eine ärztliche Bescheinigung über den aktuellen Gesundheitsstatus vorzulegen. Eine Reiserücktrittsversicherung sollte man spätestens 30 Tage vor Antritt der Reise abschließen. Denn bis dahin kann noch viel passieren. Im Fall der Fälle zahlt die Versicherung die Stornokosten.

"Dazu gehört dann eben, dass ich krank werde oder meine Mitreisenden. Oder einen schweren Unfall habe. Sie zahlt bei Impfunverträglichkeiten und Schwangerschaft, wenn ich die Reise nicht antreten kann. Oder wenn ein naher Angehöriger verstirbt."

Bei einer Reiserücktrittversicherung, betont Bianca Boss, sollte man sich vorher überlegen: 

"Gehöre ich zu denjenigen, die vielleicht doch eher von Erkrankungen erfasst werden. Oder habe ich Impfunverträglichkeiten oder sonstiges. Gerade Personen, die mit kleinen Kindern reisen oder mit Älteren, sollten, je nachdem wie hoch der Reisepreis ist, so eine Reiserücktrittskostenversicherung abschließen."

Auch bei Reiserücktrittsversicherungen empfiehlt sich ein Blick ins Kleingedruckte. Vor allem für chronisch Kranke. Denn schwere Krankheiten sind bei einem Reiserücktritt meist nur dann versichert, wenn sie wie etwa ein Herzinfarkt unerwartet auftreten. Bei einer Vorerkrankung, die auch schon behandelt wurde, kann es durchaus zu Problemen bei der Übernahme der Stornokosten kommen.

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