Mittwoch, 26.09.2018
 
Seit 06:50 Uhr Interview
StartseiteVerbrauchertippHaushaltshilfe auf Rezept23.08.2018

KrankenkasseHaushaltshilfe auf Rezept

Wer sich aus gesundheitlichen Gründen nicht um den Haushalt kümmern kann - etwa nach einer Operation - kann bei der Krankenkasse eine Hilfskraft beantragen. Das kann auch jemand aus dem persönlichen Umfeld sein. Wichtig ist, dass ein Rezept vom Arzt vorliegt.

Von Susanne Kuhlmann

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Eine Frau saugt mit einem Staubsauger den Fußboden eines Wohnzimmers. (picture alliance / dpa / Tobias Hase)
Krankenkassen zahlen Haushaltshilfen, wenn ein Rezept vom Arzt vorliegt (picture alliance / dpa / Tobias Hase)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Mütterpflegerin Susanne Herfurth "Es ist ganz viel Beruhigungsarbeit"

Unfallversichert trotz Schwarzarbeit Haushalten drohen kaum Konsequenzen

Einkaufen, kochen, waschen und putzen – es kommt vor, dass sich jemand von einem Augenblick zum anderen nicht mehr um all das kümmern kann.

"Stellen Sie sich mal vor, Sie haben jemanden mit einer Risikoschwangerschaft und ein, zwei kleinen Kindern zu Hause. Und diese Frauen dürfen sich plötzlich nicht mehr bewegen. Sie können ihre Kinder nicht mehr versorgen, der Ehemann ist den ganzen Tag arbeiten. Da bekommen die bis zu acht Stunden täglich eine Haushaltshilfe."

Daniela Beck betreibt eine Agentur für haushaltsnahe Dienstleistungen im nordrhein-westfälischen Solingen. Sie und ihr Team springen in solchen und ähnlichen Situationen ein, wenn jemand gesundheitlich so eingeschränkt ist, dass die Hausarbeit liegenbleibt oder die Kinder nicht versorgt werden können.

"Überwiegend reinigen wir Wohnungen. Dazu gehört aber auch das Tätigen von Einkäufen. Wir gehen auch mal mit den Leuten einfach vor die Tür", sagt Daniela Beck.

Notwendigkeitsbescheinigung muss vorliegen

Gesetzlich Versicherte, die zum Beispiel nach einer Erkrankung oder einer Operation zurück in ihre Wohnung kommen, aber noch nicht wieder fit sind, haben die Möglichkeit, bei ihrer Krankenkasse so eine Haushaltshilfe zu beantragen. Wie das geht, erklärt Regina Behrendt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

"Man muss sich an den behandelnden Arzt wenden, und der muss eine Notwendigkeitsbescheinigung ausstellen, aus der hervorgeht, wie lange der Anspruch dauert und bei welchen Verrichtungen und in welchem Umfang das nötig ist."

Meistens genehmigt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe rasch, und Hilfesuchende können dann wählen, ob es jemand aus dem persönlichen Umfeld oder eine professionelle Kraft sein soll.

"Die Krankenkasse schließt mit der Fachkraft einen Vertrag. Oder man kennt jemanden, von dem man gerne zu Hause versorgt werden möchte. Das kann ein Familienangehöriger sein oder auch ein Freund, ein Nachbar. Dann bekommt man einen kleinen Betrag von der Krankenkasse, den man als Aufwandsentschädigung an die helfende Hand auszahlen kann."

Hilfen sollten schon früh organisiert werden

5 Euro bis höchstens 9,50 Euro pro Stunde zahlen die Krankenkassen für Helfer aus dem Bekanntenkreis. Ehepartner oder nahe Verwandte bekommen das Geld jedoch nur, wenn sie Verdienstausfall oder Fahrtkosten nachweisen können.

Hilfsbedürftige sollten die nötige Unterstützung im Haushalt am besten schon vor der Entlassung aus der Klinik organisieren, rät Regina Behrendt.

"Eine Haushaltshilfe zu finden, ist möglicherweise für die Betroffenen nicht ganz so einfach. Wer schon einen Pflegedienst im Haushalt hat, der auch die haushaltsnahen Dienstleistungen anbietet, dann ist das eine gute Möglichkeit, den anzusprechen, ob der für diese Leistung auch infrage kommt. Ansonsten kann man sich kundig machen bei Dienstleistungsagenturen für Haushaltshilfen, bei Wohlfahrtsverbänden oder auch bei Pflegediensten."

Und die Krankenkasse kann einen ihrer Vertragspartner vermitteln oder Adressen von Dienstleistern weitergeben. Agenturinhaberin Daniela Beck ergänzt:

"Wir schicken unseren Kunden noch eine vertragliche Vereinbarung zu, weil es leider in der Vergangenheit schon mal vorgekommen ist, dass wir eine Zusage gegeben haben für eine sehr hohe Stundenzahl und für vier Wochen. Und dann kommen die nach drei Tagen, schicken die Mitarbeiterin nach Hause und sagen: Jetzt macht das meine Mutter."

Komplett kostenlos ist die Hilfe für die Versicherten übrigens nicht. Sie müssen einen Eigenanteil zwischen fünf Euro und höchstens zehn Euro pro Tag aus eigener Tasche bezahlen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk