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Startseite@mediasresJournalist wirft ARD-Funktionär Boykott vor12.06.2018

Kritische SportberichterstattungJournalist wirft ARD-Funktionär Boykott vor

Seit Daniel Bouhs über die Doppelrollen von Sportmoderatoren berichtet hat, blockt ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky Interviewanfragen des Journalisten ab - auch Anfragen von Redaktionen, für die Bouhs tätig ist. Balkausky bestrafe damit "die Redaktionen, die mich weiter beschäftigen", so Bouhs im Dlf.

Daniel Bouhs im Gespräch mit Sandro Schroeder

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Der Medienjournalist Daniel Bouhs steht im einem Hörfunkstudio (Jörg Wagner)
Auf den Medienjournalisten Daniel Bouhs ist ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky aktuell nicht gut zu sprechen. (Jörg Wagner)
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Im Februar hatte der Medienjournalist Daniel Bouhs  über die Doppelrollen von ARD-Sportmoderatoren berichtet, die selbst über Wintersport im Ersten berichten, aber gleichzeitig ein Wintersportereignis desselben Weltverbandes organisieren. Der ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky, den Bouhs zu diesem Thema interviewt hatte, zeigte sich im Anschluß verärgert über die Berichterstattung, so Bouhs im Gespräch mit @mediasres - und blocke seitdem alle weiteren Interviewanfragen des freien Journalisten ab, wie jüngst zu einer Berichterstattung über die Doppelrollen der WM-Experten der ARD.

"Als ARD-Sportkoordinator - das ist ja eine herausragende Position, wenn man über den ARD-Sport und mögliche Abhängigkeiten, auch von Moderatoren berichtet - müsste er schon Position beziehen. Immerhin geht es um ein öffentlich finanziertes Medienunternehmen. Das könnte er aber zum Beispiel auch schriftlich machen. Diese Möglichkeit räumt er mir gar nicht ein, sondern mir hat er gesagt: Er möchte mit mir momentan nichts zu tun haben. Das hat er mir sehr persönlich, sehr deutlich zu verstehen gegeben."

"Er bestraft die Redaktionen, die mich beschäftigen"

Neben der Interviewabsage Balkauskys an einen Kollegen von Bouhs beim rbb Medienmagazin habe der Sportkoordinator auch einem von Bouhs' Kollegen bei der NDR-Sendung ZAPP ein Interview abgesagt -  jeweils aus dem Grund, dass Bouhs für diese Redaktionen arbeite.

"Damit baut er einen Druck auf auf die Redaktion nach dem Motto: Entweder ihr wollt mit mir sprechen oder der Kollege Daniel Bouhs darf über den ARD-Sport bei euch berichten. Er spielt uns beide sozusagen gegneinander aus. Und da steht der festangestellte ARD-Hierarch gegen den freien Autor. Er bestraft die Redaktionen, die mich weiter beschäftigen - so interpretiere ich das."

Interviewabsage aus Termingründen

Bei einem Runden Tisch soll es nun zu einer Aussprache zwischen Bouhs und Balkausky kommen, der aus zeitlichen Gründen leider nicht für ein Interview mit @mediasres zur Verfügung stand - schriftlich allerdings mitteilte, dass seine Interviewabsage an das rbb Medienmagazin ebenfalls aus zeitlichen Gründen erfolgt war und nichts mit Bouhs zu tun hatte. Der freie Journalist erhoffe sich von der geplanten Aussprache, dass man danach wieder professionell miteinander umgehen könne.

"Ich verstehe Medienjournalismus und Medienkritik innerhalb der ARD so, dass wir Medienjournalisten letztlich auch im Auftrag der Beitragszahlerinnen und -zahler unterwegs sind. Und dass ARD-Funktionäre, auch wenn es manchmal unangenehm für sie sein möge in den Folgen einer Berichterstattung, sich daran auch beteiligen und da nicht Rosinen picken, wem sie etwas erzählen möchten und wem nicht."

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