Montag, 01.03.2021
 
Seit 02:07 Uhr Kulturfragen
StartseiteVerbrauchertippBitcoins kaufen und aufbewahren22.01.2021

KryptowährungBitcoins kaufen und aufbewahren

Die Digitalwährung Bitcoin ist immer wieder in den Schlagzeilen - mal wegen eines rasanten Kursanstiegs, mal wegen ebenso drastischer Verluste. Ob sich Bitcoin wirklich als langfristige Geldanlage lohnen, ist noch nicht sicher. Wer sie trotzdem erwerben möchte, sollte einiges beachten.

Von Tristan Schwarz

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Bitcoin vor bunten Bildschirmen  (Unsplash/ Andre Francois)
Mit Bitcoins kann man sehr reich werden, geht aber auch ein hohes Risiko ein (Unsplash/ Andre Francois)
Mehr zum Thema

Kryptowährung Das turbulente Auf und Ab der Bitcoins Virtuelles Geld Bitcoins als Alternative zu Euro und GirokontoVirtuelles Geld Bitcoins als Alternative zu Euro und Girokonto

Kryptowährung Bitcoin Wie sich Bitfinex nach dem digitalem Raubzug retten willKryptowährung Bitcoin Wie sich Bitfinex nach dem digitalem Raubzug retten will

Anleger, die vor zehn Jahren in die Kryptowährung investiert haben, dürfen sich über eine Rendite von mehr als einer Million Prozent freuen. Die Idee hinter der Digitalwährung: eine dezentrale Zahlungsmethode, welche ohne Banken auskommt, manipulationssicher und limitiert auf 21 Millionen Einheiten ist. Tatsächlich wird aber der Bitcoin derzeit primär als Spekulationsobjekt genutzt.

"Der Bitcoin hat, sowie andere Kryptowährungen auch, keinen inneren Wert. Das heißt der Wert eines Bitcoins gründet sich einzig und allein darauf, dass Menschen glauben, er sei von Wert", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, der im Bitcoin eine reine Spekulation sieht. Am ehesten ist für ihn ein Vergleich mit dem Edelmetall Gold angebracht, denn der Wert beider Anlageobjekte ist durch eine Knappheit begründet und nicht durch erwirtschaftete Erträge oder Zinsen. Gold hat sich allerdings über Jahrhunderte als Wertspeicher bewährt. "Ob sich der Bitcoin eines Tages ebenso etablieren wird ist völlig ungewiss. Als Geldanlage taugt er meines Erachtens nicht."

Hintergrundbild: Bündel von 10-, 20-, 50-, 100- und 200-Euro-Banknoten. Vordergrund: Buchcover (imago / Thomas Imo & C.H. Beck Verlag)Das Buch beschreibt wie radikal sich der Charakter des Geldes ändert. (imago / Thomas Imo & C.H. Beck Verlag)Geld - Journalist Alexander Hagelüken beschreibt monetären Wandel
Paypal, Applepay, Bitcoins: Nicht erst seit der Pandemie ändert sich unser Umgang mit Bargeld und Überweisungen. Zudem hat der Wandel in der Zinspolitik für veränderte Bedingungen gesorgt. Der Wirtschaftsjournalist Alexander Hagelüken zeichnet all dies nach und gibt Tipps.

Der Finanzblogger Lars Erichsen hat dagegen einen Teil seines Anlagekapitals in den Bitcoin investiert. Aus seiner Sicht hat die Kryptowährung das Potenzial eine weltweit anerkannte Alternative für die Anlageklasse der Edelmetalle zu werden. Mit dem Vorteil einer leichten Lagerung.

"Es bleibt eine Spekulation, aber eine sehr interessante. Und aus meiner Sicht ist Bitcoin gekommen, um zu bleiben", sagt der Privatanleger. Um Bitcoin zu erwerben greift er auf deutsche etablierte Handelsplattformen zurück. "Persönlich kaufe ich meine Bitcoin über die Bison-App der Börse Stuttgart und über Bitcoin.de. Die Einfachheit der Abwicklung stand hier für mich im Vordergrund."

Plattformen genau prüfen

Sollte man trotz der Risiken diese Spekulation eingehen wollen, so lohnt sich ein genauer Blick auf die ausgewählte Plattform, merkt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale an. "Es gibt etliche Plattformen, die mit dem Handel in Bitcoins und anderen Kryptowährungen werben und den schnellen Reichtum versprechen. Diese Anbieter halte ich ohne jede Ausnahme für unseriös. Daneben gibt es aber auch Anbieter, die schlicht Euros in Bitcoins tauschen und umgekehrt. Wer sich aber darauf einlässt, der sollte wissen, dass der Wert von Bitcoin extremen Schwankungen unterliegt."

Bitcoins richtig aufbewahren

Erworbene Bitcoins werden vorerst auf der jeweiligen Handelsplattform gelagert, auf der sie aber nicht wirklich sicher sind. Schließlich ist es möglich, dass Handelsplattformen Hacking-Angriffen zum Opfer fallen, bei denen die auf der Plattform deponierten Bitcoins den Kunden entwendet werden können. Deswegen empfiehlt sich ein sogenanntes "Wallet", auf Deutsch Brieftasche, für die Aufbewahrung.

"Nach dem Kauf übertrage ich meine Bitcoin in ein Hardware-Wallet. Denn wer absolute Sicherheit haben möchte, der braucht ein Wallet." Nur mit dem dazugehörigen Schlüsselcode ist es möglich, auf das Bitcoin-Wallet zuzugreifen, das mit einem digitalen Giro-Konto vergleichbar ist. Ein solches Bitcoin-Konto benötigt man auch, um Transaktionen in Bitcoin vornehmen zu können. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Online-Shops, die eine Zahlung in Bitcoin.

In manchen Fällen können Steuern anfallen

Bei einer Transaktion oder einem Verkauf der Anteile fallen Steuern an, insofern der realisierte Gewinn innerhalb eines Jahres die Freigrenze von 600 Euro überschreitet. Vergehen zwischen Erwerb und Veräußerung jedoch mehr als zwölf Monate, so ist jeglicher Gewinn komplett steuerbefreit.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk