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StartseiteKulturfragenZwischen Krise und Kapitalismus11.12.2016

Kuba Zwischen Krise und Kapitalismus

Die aktuelle Situation Kubas beurteilt Lateinamerika-Experte Bert Hoffmann als äußerst schwierig: Vor allem Versorgungsengpässe und wirtschaftliche Probleme belasteten das Land, sagte Hoffmann im DLF. Zudem werfe Donald Trumps Ankündigung, die Entspannungspolitik nicht fortzusetzen zu wollen, ihre Schatten voraus.

Lateinamerika-Experte Bert Hoffmann im Gespräch mit Karin Fischer

In den Straßen von Santiago de Cuba warte Menschen auf die Urne mit der Asche von Fidel Castro. (dpa, picture-alliance MAXPPP)
Abschied vom Anführer der Revolution: In den Straßen von Santiago de Cuba warten Menschen auf die Urne mit der Asche von Fidel Castro. (dpa, picture-alliance MAXPPP)
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Kuba ist eine traumhaft schöne Insel, aber Kuba ist auch ein Experiment. Die kubanische Gesellschaft ist seit Jahrzehnten von ihrem mächtigen Nachbarn USA isoliert durch ein Wirtschafts-Embargo, das sonst nur sogenannte "Schurkenstaaten" trifft. Kuba hat auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht von der sozialistischen Gesellschaftsidee gelassen. Und Kuba hatte mit Fidel Castro einen Führer, der der Supermacht USA auf ganz eigene Weise trotzte.

Der Preis dafür war und ist hoch: Kuba kommt wirtschaftlich nicht vom Fleck; die Opposition wird gegängelt, die Meinungsfreiheit ist eingeschränkt. Und obwohl Kuba nur wenige Meilen von Miami entfernt ist, spielt die US-amerikanische Kultur, wie wir sie kennen, auf der Insel bislang nur eine marginale Rolle. Trotzdem sind die Errungenschaften Kubas vor allem kultureller Art.

Castro: Bilanz mit Licht und Schatten

Bert Hoffmann ist Politikwissenschaftler und Lateinamerika-Experte und stellvertretender Direktor des "German Institute of Global and Area Studies" in Hamburg, GIGA. Er hat vor allem über die jüngere Geschichte Kubas und die kubanische Gesellschaft geforscht, aber auch vergleichende Studien zur wirtschaftlichen Entwicklung in Lateinamerika angestellt. 

Über Fidel Castro sagte Hoffmann, dass er als historische Figur eine Bilanz mit Licht und Schatten hinterlasse. Bewunderung und Respekt erfahre Castro auf der ganzen Welt vor allem für seine Rolle als Anführer der kubanischen Revolution. Castro habe die Fragen sozialer Gerechtigkeit in einem Land der dritten Welt auf die Tagesordnung gesetzt, in dem es bis dato sehr große soziale Ungleichheiten gegeben habe. Auf der anderen Seite sei das politische Projekt, das Castro angeführt hätte, stets autoritär gewesen. Opposition und politische Gegner habe er unterdrückt und verfolgt.

Die aktuelle Situation Kubas beurteilt Hoffmann als sehr schwierig: Versorgungsengpässe und wirtschaftliche Probleme belasteten das Land.


Das gesamte Gespräch können Sie sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

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