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StartseiteVerbrauchertippFritteusen ohne Fett24.12.2018

KüchengeräteFritteusen ohne Fett

Fast fettfreie Zubereitung in einem Miniofen: Der Absatz von Heißluftfritteusen hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Doch diese Geräte sind keine Alleskönner. Selbst gute Pommes frites gelingen mit ihnen nicht immer. Es wird zu viel "heiße Luft" um diese Geräte gemacht, findet die Stiftung Warentest.

Von Dieter Nürnberger

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Zubereitung in einer Fettfritteuse (imago / Gottfried Czepluch)
Herkömmliche Fritteusen bekommen Konkurrenz durch Heißluftfritteusen (imago / Gottfried Czepluch)
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Herkömmlich wird wohl immer noch überwiegend mit Öl und Fett frittiert. Doch sind zu hohe Fettanteile in der Nahrung bekanntlich schlecht für die Gesundheit. Und so gesehen versprechen Heißluftfritteusen vor allem eines: Geschmack ohne Reue. Denn bei dieser Form der Zubereitung wird kein oder kaum Fett verwendet. Stattdessen sorgen heiße Luftströme für eine zudem auch deutlich geruchsärmere Zubereitung. Das klingt verlockend, sagt Warentester Jonas Krumbein, allerdings:

"Die Heißluftfritteusen sind keine Alleskönner. Sie sind in der Tendenz im Vergleich zu Backöfen zunächst mal auf kleinere Mengen von Speisen ausgelegt. Und Sie können auch nicht mit jeder Heißluftfritteuse beispielsweise Pizza zubereiten. Da gibt es bei der Vielseitigkeit auch Einschränkungen."

Teurer als traditionelle Fritteusen

Heißluftfritteusen sind teurer als traditionelle Fettfritteusen. 13 Heißluft-Modelle wurden untersucht. Sie kosten zwischen 60 und 290 Euro. Zubereitet wurden neben dem Fritteusen-Klassiker, den Pommes Frites, auch Hähnchenschenkel, Gemüse und Muffins. Zunächst nach den Vorgaben der Bedienungsanleitung. Eine gute Gesamtbewertung erreichte keine einzige Heißluftfritteuse.

"Da haben wir allerdings nur in vier von 13 Geräten gute Pommes herausbekommen. Beim Gemüse - das gelang nur mit der "Caso" gut. Es ist außerdem so, dass gerade bei Hähnchenschenkeln oft halbgare Hähnchenschenkel rauskommen. Da haben Sie dann rote Stellen am Knochen - das ist unappetitlich, aber noch nicht gesundheitsgefährdend. Gesundheitsgefährdend wird es aber in einem Fall: Bei der "Tefal Genius" haben Sie eine Kerntemperatur von unter 70 Grad Celsius. Da können dann Bakterien wie Salmonellen überleben. Das kann krank machen."

Entwarnung gab es hingegen beim krebserzeugenden Stoff Acrylamid. Es entsteht automatisch, vor allem beim Erhitzen von Kartoffel- und Getreideprodukten bei mehr als 120 Grad Celsius. Es gibt zwar keinen Grenzwert, sondern nur EU-weite Empfehlungen der Behörden zu verschiedenen Lebensmitteln. In der Untersuchung wurden diese Richtwerte bei den Pommes frites nicht überschritten.

Viermal die Note "Mangelhaft"

Vier Heißluftfritteusen wurden mit "Mangelhaft" bewertet. Zum einen überzeugten die zubereiteten Speisen geschmacklich nicht. Zum anderen wurden Teile der Oberflächen, etwa der Deckel, viel zu heiß. Da bestehe Verbrennungsgefahr. Dies betraf alle drei Modelle des Herstellers Tefal und auch die Fritteuse von De'Longhi.

Immerhin konnten einige Modelle nach individuell vorgenommenen Änderungen bei den Temperaturen und auch der Dauer des Garens bessere Zubereitungsresultate erzielen. Warentester Jonas Krumbein:

"Ein Gerät von Philips - HD9220 hat die besten Pommes im Test gemacht. Davon waren unsere Verkoster überzeugt. Gutes Gemüse haben wir aus der 'Caso' herausbekommen. Die 'Caso' lässt sich auch vergleichsweise gut optimieren - da kann man mit dem Experimentieren bei den Einstellungen durchaus bessere Ergebnisse erzielen. Sie verbraucht aber relativ viel Strom. Und dann haben wir noch die 'Profi Cook'. Sie hat keine großen Schwächen, das ist ein solides Gerät."

Das Modell "Profi-Cook" gehört mit rund 70 Euro zu den günstigeren Fritteusen. Die "Philips-" und "Caso"-Geräte kosten jeweils um die 120 Euro. Doch am Ende konnte eben keine Heißluftfritteuse so richtig überzeugen. Und da sie bei der Zubereitung von Speisen keine Alleskönner sind, bleibt die Frage, ob diese Küchengeräte wirklich ein Muss für jeden Haushalt sind.

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