Sonntag, 21.07.2019
 
Seit 08:50 Uhr Presseschau
StartseiteVerbrauchertippFrische Würze fürs Kochen08.05.2019

KüchenkräuterFrische Würze fürs Kochen

Wer gerne und authentisch kocht, der greift am liebsten zu frischen Kräutern. Da ist es praktisch, wenn man sie selbst in der Küche, auf der Fensterbank oder dem Balkon in unmittelbarer Reichweite hat. Damit die Ernte gut ausfällt, sollte man nicht nur aufs regelmäßige Düngen achten.

Von Daniela Siebert

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Blumen und Kräuter auf einem Balkon (imago / )
Der Anbau von Kräutern und Heilpflanzen hat eine lange Tradition (imago / )
Mehr zum Thema

Wildkräuterführungen Grünes Gold am Wegesrand

Einkochen und einmachen Obst und Gemüse haltbar machen

Unternehmer Johannes Gutmann Der Bio-Kräuter-Pionier

Grüne Dächer Klimaschutz mit Oregano und Rosmarin

Basilikum, Salbei, Rosmarin, Thymian, Minze und Oregano bilden eine gute Grundausstattung an Küchenkräutern. Gartenbaumeister und Buchautor Burkhard Bohne empfiehlt, sie möglichst nach draußen zu setzen.

"Also Basilikum möchte eher Halbschatten, auch wenn man denkt: das ist mediterran. Halbschatten mag auch ganz gerne Minze. Sonne mögen mediterrane Kräuter: Salbei, Thymian, aber auch Lavendel, wenn man das in der Küche mal mag, Weinraute, Ysop. Das sind so klassische Mittelmeerkräuter, Rosmarin darf ich natürlich nicht vergessen."

Auch in der Wohnung kann man Küchenkräuter anbauen, aber selbst außen auf der Fensterbank sei besser, so Bohne: besser fürs Aroma, schlechter für die Schädlinge. Über frische Erde freuen sich die Pflanzen, egal ob drinnen oder draußen.

"Wenn ich ein Kräutertöpfchen kaufe, gerade im Supermarkt, dann sollte ich sofort umtopfen, und wenn ich es aber schon ein ganzes Jahr gehalten habe, und im nächsten Jahr nochmal haben möchte, dann sollte ich es dann eben im Frühjahr umtopfen."

Der Topf sollte mindestens fünf Zentimeter größer sein als der alte.

Düngen nicht vergessen

Aus ökologischer Sicht verwendet man fürs Umtopfen am besten torffreie Bio-Erde mit Holz-Spänen, ohne Kokos-Fasern. Selbst die beste Erde ist aber irgendwann nicht mehr sehr nahrhaft, deshalb ist regelmäßiges Düngen wichtig:

"Auf jeden Fall muss man düngen, weil der Topf ja relativ klein ist und selbst die beste Erde hat nach vier Wochen kaum noch Nährstoffe, das heißt: flüssig nachdüngen. Und da kann ich jeden Zimmerpflanzendünger nehmen oder jeden Balkondünger, sollte auch ein Bio-Dünger sein, das heißt organisch – mineralisch und dann mit dem ganzen Nährstoffspektrum. Einmal die Woche während des Hauptwachstums, also wenn ganz viele Blätter wachsen, oder sich die Pflanze entwickelt, wenn sie anfängt zu blühen, dann kann ich das reduzieren um die Hälfte, alle 14 Tage."

Alternativen sind Brennesseljauche oder Düngerstäbchen.

Beim Gießen gilt: Die Halbschattenpflanzen möchten mehr Wasser als die Kräuter in der prallen Sonne. Zu viel Wasser - Staunässe für die Wurzeln – sollte man generell vermeiden.

Auch die Blüten verwenden

Im Garten von Marcus Semmel wachsen an die 100 Küchenkräuter. Der Koch des veganen Restaurants Kopps in Berlin verwendet auch die Blüten vieler Pflanzen. Zum Beispiel:

"Schnittlauchblüte ist phantastisch. Super aromatisch, kann man super verwenden, Rosmarinblüten schmecken zuckersüß und ganz mild nach Rosmarin, Salbei da sieht das genauso aus."

Eine kleine Moenchsfigur aus Stein steht im Klosterkraeutergarten von Kloster Oberzell in Zell am Main (Bayern), aufgenommen am 07.06.2017.  (dpa / Beate Schleep)Kräuter spielen in der Klostermedizin eine wichtige Rolle. (dpa / Beate Schleep)
Den Blütenansatz entfernen, noch bevor er sich zur Blüte öffnet, auch das kann aber hilfreich sein.

"Die Pflanze bildet dann wieder neue Blütenstände, weil sie will sich ja vermehren. Man hat dann auch länger was von der Pflanze. Eine Kresse zum Beispiel, die blüht und danach stirbt die Pflanze. Wenn ich den Blütenstand aber wegnehme, versucht sie immer wieder einen neuen Blütenstand zu bilden und stirbt einfach nicht, weil sie sich noch nicht vermehrt hat."

Von innen nach außen pflücken

Bei der Kräuter-Ernte hat er die besten Erfahrungen damit gemacht, nicht nur einzelne Blätter abzunehmen, sondern gleich die Stengel zu beschneiden.

"Die ganz jungen neuen Triebe am besten in Ruhe lassen, erst ein bisschen auswachsen lassen. Und immer von außen nach innen die Kräuter wegnehmen."

Burkhard Bohne erntet beim Basilikum höchstens die Hälfte der Blätter an einem Trieb, damit die Pflanze weiter Photosynthese betreiben kann. Bei Rosmarin nimmt er höchstens 20 Prozent der Pflanze auf einen Schlag weg. Bei Minze oder Oregano, schneidet der Kräuterfachmann dagegen alles vor der Blüte ab, die Pflanzen treiben nach und so kommt er auf bis zu drei Ernten pro Jahr.

Bei Petersilie gibt es dagegen keinen Trick 17. Die muss nach zwei Jahren neu gepflanzt werden. Egal ob glatte oder krause Petersilie. Dann am besten in den Halbschatten.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk