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StartseiteCorsoVon der Subkultur zum Kaiserring28.09.2018

Künstler Wolfgang TillmansVon der Subkultur zum Kaiserring

Wolfgang Tillmans wurde in den 1990ern als Underground-Fotograf bekannt. Ein halbes Künstlerleben später erhält er nun eine der renommiertesten Auszeichnungen für bildende Künstler: den Kaiserring der Stadt Goslar. Bald folgt das Bundesverdienstkreuz. Tillmans scheint im Mainstream angekommen.

Christian Röther im Gespräch mit Bernd Lechler

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Der Künstler Wolfgang Tillmans  (imago/CTK Photo)
Der Künstler Wolfgang Tillmans vor seinem Kunstwerk "astro crusto" (imago/CTK Photo)
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Morgen wird eine der wichtigsten internationalen Auszeichnungen für bildende Kunst verliehen - und zwar in der niedersächsischen Kleinstadt Goslar: Der Kaiserring. Der ist undotiert, aber sehr renommiert, weil ihn schon Koryphäen bekommen haben wie Max Ernst, Joseph Beuys oder Gerhard Richter und weil der Jury eine tiefe Sachkenntnis bei der Auswahl attestiert wird. Jetzt ist Wolfgang Tillmans an der Reihe: Fotograf, Bildkünstler, Grenzgänger zwischen Subkultur und Pop. Der Preis wird ihm am Samstag verliehen und zeitgleich eine Ausstellung im Mönchehaus Museum Goslar eröffnet.

Spiel mit Sehgewohnheiten

"Die Jury hebt hervor, dass er ein sehr etablierter Künstler ist - auch international renommiert", sagte Dlf-Reporter Christian Röther nach der heutigen Pressekonferenz. Preiswürdig sei das dichte und vielschichte Lebenswerk des gerade 50 Jahre alt gewordenen Künstlers, zitierte Röther aus der Begründung der Jury. Tillmans arbeite die Grenzen des Mediums Fotografie heraus. "Er spielt mit den Techniken und den Sehgewohnheiten."

Im Dlf erinnerte sich Tillmans an eine Unterhaltung mit seinem Galeristen Daniel Buchholz: "Es ist schon besonders, den Kaiserring jetzt tatsächlich zu bekommen - ich habe ihn ja noch nicht, ich kriege ihn morgen - angesichts, dass wir, Daniel Buchholz und ich, vor 25 Jahren darüber gescherzt hatten, dass das mal so ein Ziel sein könnte. Was natürlich in utopisch weiter Ferne lag damals."

Tillmans sei schon lange im Mainstream angekommen, sagte Dlf-Journalist Röther. "Allerdings ist er heute in Jogginghose gekommen zu der Pressekonferenz - und hält dann doch optisch zumindest Distanz zum Mainstream."

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