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StartseiteKultur heuteLoew: "Die Kulturszene in Polen ist sehr gespalten"12.10.2019

Kulturexperte zu Polen-WahlLoew: "Die Kulturszene in Polen ist sehr gespalten"

Viele Intellektuelle in Polen hängen eher linken Werten an und wollen sich von der PiS-Partei absetzen, sagte Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts im Dlf. Aber es gebe auch einen nicht unerheblichen Teil der Kulturszene, der sich auf die Seite der Regierung geschlagen habe.

Peter Oliver Loew im Gespräch mit Änne Seidel

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Der Museumsbau des Architekturbüro Kwadrat in Gdynia in Form eines schräg aus dem Boden ragenden und teilweise verglasten Würfels in nächtlicher Beleuchtung. (imago images / Jan Huebner)
Das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig: Die PiS-Regierung hatte auf verschiedenen Wegen versucht, die Eröffnung des Museums im Jahre 2017 zu verhindern. (imago images / Jan Huebner)
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In der Vergangenheit sei die PIS-Partei deshalb nur "halb erfolgreich" bei dem Versuch gewesen, die Geschichte des Landes umzudeuten. Zwar sei der liberale Gründungsdirektor des Museums des Zweiten Weltkriegs, Pawel Machcewicz*, von der Regierung abgesetzt und eine "sehr rechtslastige neue Direktion" eingesetzt worden. Damit habe die polnische PIS-Partei versucht, "das Patriotische, den polnischen Opfermythos" zu betonen. Der Leiter des Museums der Geschichte der Polnischen Juden ist bislang nicht neu berufen worden.** Und an der Spitze des Warschauer Nationalmuseums stehe nun ein "sehr konservativer Direktor".** Ob diese Versuche, andere geschichtliche Narrative zu schaffen, wirklich "auf die Empörung der Polen" durchschlügen, "das ist eine sehr viel komplexere Frage".

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Am Sonntag wird in Polen gewählt. Die regierende PiS kann mit über 40 Prozent rechnen – mit sozialpolitischen Umverteilungen hat sie sich das Vertrauen der Landbewohner und Liberalisierungsverlierer erkauft. Die Kandidatin der oppositionellen "Bürgerplattform" spricht von einem Wahlkampf der Gefühle.

Anknüpfen am Ethos Solidarność

Deutschland und Polen blickten derzeit "mit einer gewissen Faszination" auf das jeweilige Nachbarland. Allein die Tatsache, dass die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk auf einer Lesereise in Deutschland erfahren habe, dass sie den Nobelpreis gewonnen hat, zeige, wie groß das Interesse am jeweils anderen Land sei. Natürlich sei das jetzt eine andere Zeit als vor 30 Jahren - zu Zeiten der Solidarność-Bewegung. Aber es gebe den Versuch, am "Ethos Solidarność anzuknüpfen, Menschen aufzurufen, auf die Straßen zu gehen und ihren Protest zu äußern". Aber letztendlich seien das "Elitenbewegungen: Protest äußert sich stärker im Internet, in sozialen Medien", so Peter Oliver Loew im Dlf.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

*) Name und Funktion korrigiert

**) Hier wurden in einer früheren Fassung zwei Sachverhalte zu einem vermischt. Das haben wir korrigiert.

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