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StartseiteKultur heute"Ein gebildeter Country Club Republikaner"01.12.2018

Kulturschaffende zum Tod von George H. W. Bush"Ein gebildeter Country Club Republikaner"

"Er war gebildet, er kannte die Welt", sagte die Schriftstellerin Irene Dische im Dlf über den verstorbenen ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush. Der Publizist Willi Winkler sieht Bush als Aristokraten, weit vom Volk entfernt, aber auch als großartigen Außenpolitiker.

Irene Dische und Willi Winkler im Gespräch mit Michael Köhler

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Der frühere US-Präsident George H.W. Bush auf einem Foto aus dem Jahr 2008. (AP/Lawrence Jackson)
Der frühere US-Präsident George H.W. Bush auf einem Foto aus dem Jahr 2008 (AP/Lawrence Jackson)
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Willi Winkler verglich George H. W. Bush mit Helmut Schmidt. "Er war kein guter Kanzler, doch je weiter zurück, desto größer wurden seine Leistungen bewertet", sagte Winkler im Dlf.

Bush, so Winkler, habe immer unter starkem Druck gestanden und war stets bemüht, in Amerika nicht als "Schwächling" zu gelten. Deshalb habe er unter anderem den Krieg gegen Saddam Hussein angefangen. Bush sei aber auch ein großer Befürworter der Deutschen Einheit gewesen und mit ihm endete der Kalte Krieg, so Winkler weiter.

Popstar versus solider Arbeiter

"Gorbatschow war Ende der 1980er-Jahre ein Popstar, daneben der alte Mann Ronald Reagan, Bush hat dann ausgeführt" , sagte der Publizist Willi Winkler im Dlf. Viele deutsche Intellektuelle hätten es versäumt auf die plötzliche Vereinigung zu reagieren. Enzensberger, so Winkler, habe damals Saddam Hussein mit Hitler verglichen. Da beginne eine Rechtswende der deutschen Intelligentia. Dies sei auch in die Zeit von Bush gefallen.

"Bush sah Europa als Verbündete", sagte die Schriftstellerin Irene Dische im Dlf. Und vor allem Deutschland habe er positiv bewertet. Als eine Art Bollwerk, und das habe sich ja auch als richtig erwiesen, so die in Berlin lebende Amerikanerin.

Genau wie Donald Trump habe George H. W. Bush Geschäfte mit den Saudis gemacht, doch anders als Trump sei er gebildet und welterfahren gewesen. Jemanden wie Bush würde man in Amerika als "Country Club Repulican" bezeichnen, sagte Dische.

Sein Fallschirmsprung zum 90. Geburtstag sei typisch für alte Amerikaner, erklärte Dische im Dlf. Wenn sie so alt werde, wolle sie das auch machen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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