Montag, 20.09.2021
 
StartseiteKultur heute"Kunst und Politik müssen miteinander reden"09.09.2021

Kultursenator Carsten Brosda (SPD)"Kunst und Politik müssen miteinander reden"

Wahlkampf auch im Kultursektor: Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) hat in einem Zeitungsartikel zusammen mit Olaf Scholz die künftig geplante Kulturpolitik der SPD vorgestellt. "Ein Schulterschluss von Politik und Kultur" sei gerade jetzt wieder gefragt, sagte Brosda im Deutschlandfunk.

Carsten Brosda im Gespräch mit Stefan Koldehoff

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Carsten Brosda und Olaf Scholz stehen lächelnd nebeneinander. (Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)
Olaf Scholz hatte Carsten Brosda 2017 als Kultursenator von Hamburg vorgestellt. (Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)
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Die Kultur wird zum Wahlkampfthema: Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) hat in einem Artikel für die "Zeit" über die Kulturpolitik der SPD geschrieben. "Für den Schulterschluss von Geist und Macht" ist der Gastbeitrag überschrieben - darunter heißt es: "Warum die SPD ein Bündnis von Politik und Kultur anbietet". Brosda hatte lange für Scholz gearbeitet, der auch Regierender Bürgermeister der Hansestadt war.

Im Deutschlandfunk betonte Brosda die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst und Kultur. Es gehe jetzt darum, dass die Politikerinnen und Politiker den Wert von Kunst begreifen würde, so Brosda. Ein Schulterschluss von Politik und Kultur sei jetzt angesichts der großen Fragen in der Gesellschaft gerade wieder gefragt. 

Unterstützung für die Kulturbranche

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In der Corona-Krise sei die Unterstützung für die Kulturbranche nicht nur notwendig, weil sie ein "Wirtschaftszweig" sei. "Kulturelle Debatten und künstlerische Intervention haben ja einen Wert darüber hinaus. (...) Mich treibt tatsächlich nach wie vor um: Warum hatten wir keinen gesellschaftlichen Aufschrei letzten Herbst bei der Entscheidung über den Lockdown Light? Nicht aus der Kunst heraus, sondern aus dem Publikum heraus: 'Ihr dürft uns unsere Kulturorte nicht schließen.' (...) Dass es eine besondere gesellschaftliche Bedeutung hat, was wir machen, scheint nicht an jeder Stelle der Gesellschaft auf Resonanz zu stoßen. Daran müssen wir arbeiten, und auch daran kann sich Politik beteiligen."

Dialog zwischen Kunst und Politik

Es geht laut Brosda dabei aber nicht darum, die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung infrage zu stellen. "Es geht um die Frage: Reden wir miteinander? Haben wir als Gesellschaft ein Bewusstsein dafür, welchen Wert Kunst und Kultur in unserem gesellschaftlichen Miteinander haben?" Politik müsse in den Dialog mit Kunst gehen, forderte Brosda. Es brauche Berührungsflächen - nicht um die eine in den Dienst der anderen zu nehmen, sondern "um sich aneinander zu reiben und aus dieser Reibung heraus die notwendige Hitze für gesellschaftliche Veränderungen zu erzeugen". Bei Förderungen sollten nur Rahmenbedingungen für Kunst geschaffen werden - die Kunst solle keine "Funktion X" erfüllen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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