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StartseiteSternzeitOlbers, Gauß und die himmlischen Paten03.05.2019

Kuriose Beziehung unter AstronomenOlbers, Gauß und die himmlischen Paten

Im März 1802 hat der Bremer Arzt Wilhelm Olbers den Kleinplaneten Pallas entdeckt, der zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter um die Sonne zieht. Nur gut ein Jahr zuvor hatte Guiseppe Piazzi dort Ceres aufgespürt. Mit der Pallas-Entdeckung war klar, dass es im Sonnensystem mehrere unbekannte Körper gibt.

Von Dirk Lorenzen

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Der Zwergplanet Ceres, aufgenommen von der Raumsonde Dawn  (NASA)
Der Asteroid Ceres wurde von Guiseppe Piazzi entdeckt, dem Paten des ersten Sohnes von Carl Friedrich Gauß (NASA)
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Zwei Jahre später stieß Karl Ludwig Harding von Lilienthal vor den Toren Bremens aus auf Juno, 1807 fand Olbers dann die Vesta. Für alle Kleinplaneten hat der große Göttinger Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß die Bahnen berechnet. Erst seine Arbeit ermöglichte, die Asteroiden am Himmel wiederzufinden.

Gemälde zeigt Carl Friedrich Gauß (Biermann)Carl Friedrich Gauß, Berechner von Asteroidenbahnen und Freund von astronomischen Paten (Biermann)

Gauß entwickelte im Laufe der Jahre eine kuriose persönliche Beziehung zu den Entdeckern. 1806 wurde er zum ersten Mal Vater. Er trug Guiseppe Piazzi die Patenschaft für seinen Sohn an, den er folgerichtig Joseph nannte. Zwei Jahre später kam seine Tochter Wilhelmine zur Welt, deren Patenschaft Wilhelm Olbers übernahm, der Entdecker des zweiten Asteroiden.

Da seinerzeit aber bereits vier dieser Objekte bekannt waren, schrieb Gauß an Olbers, er wolle doch mal sehen, ob er die Asteroiden einholen und mit ihnen Schritt halten könne. Er konnte. Ein Jahr später wurde Sohn Ludwig geboren. Beim vierten Kind, Eugen, setzte der Mathematiker bei den Asteroiden-Paten einmal aus. Beim fünften Kind, Wilhelm, kam wieder Olbers zum Zuge. Für Gauß' zweite Tochter, Therese, gab es keinen Paten aus dieser Riege – denn der fünfte Kleinplanet wurde erst Jahrzehnte später entdeckt.

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