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KZ-Gedenkstätte BuchenwaldKritik an AfD

In der neuen Dauerausstellung "Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945" steht der Direktor der Stiftung Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, am 13.04.2016 in Buchenwald bei Weimar (Thüringen) vor einer Vitrine mit Häftlingskleidung. Besucher der KZ-Gedenkstätte Buchenwald können vom 17. April anhand von Fotos, Dokumenten, Alltagsgegenständen und Multimedia-Beiträge über das Leben der Häftlinge informieren. Die Ausstellung kostet nach früheren Angaben der Gedenkstätte zwischen drei und vier Millionen Euro, die sich Bund und das Land teilen. (dpa)
Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald, Volkhard Knigge, will eine rote Linie im Umgang mit AfD-Abgeordneten ziehen. (dpa)

Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald, Knigge, hat nach einem gemeinsamen Gespräch mit dem AfD-Bundestagsabgordneten Brandner erklärt, man werde in dieser Weise nicht mehr mit AfD-Abgeordneten verkehren.

Es mache überhaupt keinen Sinn, mit Vertretern der AfD zu sprechen, sagte Knigge im Deutschlandfunk Kultur. Brandner habe sich einer grundsätzlichen Klärung über in der AfD weiterverbreiteten, geschichtswissenschaftlich nicht begründbaren Position verweigert. Zudem habe er sich klar und deutlich zum Thüringer AfD-Landes- und Fraktionschef Höcke bekannt. Vernunft sei hier nicht mit am Tisch gewesen.

Knigge betonte, die KZ-Gedenkstätte Buchenwald werde gegen Brandner als Privatmann kein Hausverbot verhängen. Dennoch werde man hier eine rote Linie ziehen und in dieser Weise nicht mehr mit AfD-Abgeordneten verkehren. Er sei Historiker und wisse, "wie sich rechtspopulistische Bewegungen aufbauen und entfalten".

Das Gespräch mit Brandner geführt zu haben, bereue er nicht, so Knigge. Er hätte eine Schlagzeile wie "Gedenkstättendirektor verweigert Gespräch" unbedingt vermeiden wollen. Außerdem wollte er der AfD keine Bühne geben, ihm Unfairness vorwerfen zu können oder ihm alles Mögliche zu unterstellen. Auch deshalb habe man mit Brandner gesprochen, erklärt Knigge.

Doch dann sei Brandner vor die Presse getreten und habe stolz verkündet, dass er in einen Dialog mit der Gedenkstätte treten werde, ohne die Bedingungen für dieses Gespräch zu erwähnen.

Die Gedenkstätte hatte auf Bitte Brandners einem Gespräch zugestimmt und ihn gestern empfangen. Brandner sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sei enttäuscht von dem Gespräch. Er habe erfahren wollen, wie die Stiftung arbeite, "die ja Steuermittel bekommt". Er habe auch gefragt, warum die Stiftung "gegen die AfD agitiert" und inwieweit sie sich von links abgrenze.

Vor eineinhalb Jahren hatte die Stiftung dem Thüringer AfD-Landes- und Fraktionschef Höcke den Besuch einer Gedenkveranstaltung in dem ehemaligen KZ verweigert. Höcke hatte zuvor in einer Rede mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin von einem "Denkmal der Schande" gesprochen.