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Labour-ParteitagCorbyn bleibt an der Parteispitze

Jeremy Corbyn spricht bei einer Debatte in Glasgow. (dpa / picture-alliance / Robert Perry)
Jeremy Corbyn bei einer Debatte in Glasgow. (dpa / picture-alliance / Robert Perry)

Jeremy Corbyn ist mit deutlicher Mehrheit als Vorsitzender der britischen Labour-Partei bestätigt worden. Corbyn gilt als Parteirebell, Linksaußen und entschiedener Kriegsgegner - vor der Wahl hatte es monatelange Grabenkämpfe gegeben.

61,8 Prozent der Parteimitglieder stimmten in einer Urwahl für den 67-Jährigen. Auf den 46-jährige Abgeordneten Owen Smith als einzigen Herausforderer entfielen lediglich 38,2 Prozent der Stimmen, wie die Partei am Samstag in Liverpool bekanntgab. 

Corbyn war bereits vor einem Jahr mit ebenfalls rund 60 Prozent an die Parteispitze gewählt worden, stand aber von Beginn an wegen seiner strikt linken Haltung unter Beschuss der meisten Medien sowie vieler Abgeordneter. Doch die überwiegend linksorientierte Parteibasis steht nach wie vor hinter ihm.

Vorwürfe nach Brexit-Votum

Corbyn war nach dem Brexit-Referendum im Juni unter massiven Druck geraten. Seine Gegner hielten ihm vor, sich nicht entschieden genug für den Verbleib Großbritanniens in der EU eingesetzt zu haben. Knapp 52 Prozent der Briten stimmten damals für einen Austritt.

Unmittelbar nach Bekanntgabe seines Wahlergebnisses rief Corbyn zur Einheit der Partei auf. "Wir haben viel mehr Einigendes als Trennendes", sagte er in Liverpool. Jetzt komme es darauf an, die Kräfte auf Opposition gegen die neue konservative Premierministerin Theresa May zu konzentrieren.

"Lasst uns alle zusammen für echten Wandel in Großbritannien arbeiten", appellierte Corbyn. Am Sonntag beginnt in Liverpool ein dreitägiger Labour-Parteitag. Dort wird sich zeigen, ob der Parteichef die Gräben zuschütten kann.

Unter den Parlamentariern geht die Angst um, dass mit Corbyn keine Wahlen zu gewinnen seien. Es gilt in London als nicht ausgeschlossen, dass Premierministerin May trotz gegenteiliger Beteuerungen im kommenden Jahr Neuwahlen ausruft.

(nch/tzi)

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