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StartseiteVerbrauchertippEigene Elektrogeräte am Arbeitsplatz01.06.2018

Ladegerät, Espressomaschine & Co.Eigene Elektrogeräte am Arbeitsplatz

Haushaltsgeräte stehen nicht nur in der heimischen Küche, sondern mittlerweile auch in den meisten Büros. Trotz der Teeküchen in vielen Betrieben, bringen viele Mitarbeiter auch eigene Elektrogeräte mit ins Büro. Was viele nicht wissen: Das ist nicht immer erlaubt und kann für Ärger sorgen.

Von Claudia Rometsch

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Ein Ventilator in einem Büro (dpa)
Gerade bei sommerlichen Temperaturen hilfreich: Ventilator am Arbeitsplatz. Doch ist das erlaubt? (dpa)
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In vielen Büros beginnt der Arbeitstag mit einem guten Kaffee – oft aus der eigenen Maschine, weil er frisch gebrüht einfach besser schmeckt. Steigen im Sommer die Temperaturen, dann bringt sich so mancher Arbeitnehmer gerne einen Ventilator von zuhause mit. Doch wer neu in einem Betrieb ist, sollte zunächst einmal prüfen, ob das überhaupt erlaubt ist.

"Ob ein Arbeitnehmer Elektrogeräte mit an den Arbeitsplatz bringen darf, das regelt der Arbeitgeber. Er kann festlegen, ob das passieren darf, oder nicht." 

erklärt Christian Sprotte von der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse. Der eigene Wasserkocher, das Radio oder der Ventilator dürfen also nur mit Erlaubnis des Chefs im Büro benutzt werden. Wer gegen den Willen des Arbeitgebers Elektrogeräte anschließt, riskiert sogar eine Abmahnung. Ärger geben kann es auch, wenn durch ein unerlaubt mitgebrachtes Gerät ein Schaden entsteht, also etwa eine Kaffeemaschine durchschmort. Dann muss der Mitarbeiter unter Umständen für den Schaden aufkommen. Arbeitsrechts-Experte Herbert Kaupert rät deshalb:

"Wenn ein Arbeitnehmer einen Wasserkocher oder eine Kaffeemaschine mitnehmen will, soll er den Arbeitgeber am besten fragen. Wenn der sagt, ist kein Problem, dann ist es auch kein Problem. Dann ist der Arbeitgeber verantwortlich für das Gerät. Ansonsten rate ich davon ab, entsprechende Geräte mit ins Büro zu nehmen."

Verantwortung für die elektrische Sicherheit

Es gibt einen guten Grund dafür, dass manche Chefs private Elektrogeräte ihrer Mitarbeiter nicht im Haus haben wollen. Der Arbeitgeber ist nämlich ohne Ausnahme für die Sicherheit aller Elektrogeräte verantwortlich, die sich im Betrieb befinden. Das gilt auch für mitgebrachte Wasserkocher, Radios oder Ventilatoren von Mitarbeitern.

"Wenn der Arbeitgeber das genehmigt, dass Elektrogeräte, zum Beispiel eine private Kaffeemaschine, mitgebracht werden, dann ist auch der Arbeitgeber für die elektrische Sicherheit verantwortlich. Das heißt, er muss dafür sorgen, dass diese Geräte auch geprüft werden. In der Regel sagt man, alle halbe Jahre muss die Sicherheit und die Funktionsfähigkeit geprüft werden. Wenn man feststellt, das ist ein Gerät das sicher ist, da treten nie Fehler auf, dann kann man diese Frist auf verlängern bis zu einem Jahr." 

Der Arbeitgeber muss die Sicherheit der privaten Geräte im Betrieb von einer Fachkraft prüfen lassen, - also etwa einem Elektriker oder Haustechniker. Manche Betriebe haben selbst Mitarbeiter mit der notwendigen Qualifikation. Ist das nicht der Fall, dann muss ein Elektriker für diese Aufgabe engagiert werden. Und den muss dann allein der Arbeitgeber bezahlen. Das bedeutet aber nicht, dass der Mitarbeiter gar keine Kosten tragen muss. Denn wenn er zum Beispiel regelmäßig Kaffee mit der eigenen Espressomaschine zubereitet, verbraucht er den Strom des Arbeitgebers. Der darf den Mitarbeiter dafür zur Kasse bitten.

Erst den Chef fragen, dann den Stecker einstöpseln

"Er kann sagen, ich erhebe eine Strompauschale und die verrechne ich mit deinem Gehalt jeden Monat."

Der Rat des Rechtsanwalts: Arbeitnehmer sollten grundsätzlich mit dem Chef darüber sprechen, ob privater Stromverbrauch im Betrieb abgerechnet wird. 

"Viele Arbeitgeber versuchen, missliebige Arbeitnehmer zu kündigen, indem sie ihnen vorwerfen, dass sie Stromkosten produziert hätten und diese nicht abgerechnet hätten."

Wenn es sich um eine geringe Menge handelt, ist das zwar noch kein Kündigungsgrund. Aber der Arbeitnehmer riskiert zumindest eine Abmahnung. Deshalb der Tipp des Experten: Erst den Chef fragen und dann den Stecker einstöpseln. Und zwar selbst dann, wenn lediglich hin und wieder das private Handy aufgeladen werden soll.

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