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StartseiteDeutschland heuteWechsel von der AfD zur CSU?08.04.2019

Landtagsabgeordneter Markus PlenkWechsel von der AfD zur CSU?

Markus Plenk ist vom Fraktionsvorsitz bei der AfD zurückgetreten - und will nun Mitglied der CSU werden. Für die Partei ist Plenks Wechselwunsch eine Gratwanderung.

Eva Lell im Kollegengespräch mit Jessica Sturmberg

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AfD-Fraktionsvorsitzender Markus Plenk  (dpa/ picture alliance/ Matthias Balk)
Markus Plenk verlässt die AfD-Fraktion (dpa/ picture alliance/ Matthias Balk)
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Seit dem Einzug ins bayerische Parlament ist die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Strömungen in der bayerischen AfD-Fraktion schwierig gewesen, erläutert die Landtagskorrespondentin des Bayrischen Rundfunks, Eva Lell. Es habe einige Zeit gebraucht, bis die parlamentarische Arbeit beginnen konnte. Nachdem aber manche AfD-Politiker im Landtag extrem aufgetreten sind, wollen nun einige AfD-Abgeordnete die Fraktion verlassen, so auch Markus Plenk.

Der Biolandwirt ist ursprünglich über das Thema Baurecht in die AfD eingetreten, wie er selbst sagt. Bürokratieabbau sei sein Thema. Plenk sei bisher auch nicht mit rechten Aussagen oder Handlungen aufgefallen und das Thema Migration umgehe er fast schon, erklärt Lell. Dennoch sei ihm klargewesen, in welcher Partei er ist. Nur jetzt wolle er nicht mehr das bürgerliche Mäntelchen der AfD sein, weil die AfD sich radikalisiere, begründet Plenk seine Entscheidung.

Dass er Fraktionsvorsitzende wurde, habe mit den Anfangsschwierigkeiten der Fraktionsarbeit zu tun, in der sich die beiden Flügel auf eine Doppelspitze einigten, in der Plenk den moderateren, Co-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner den Rechtsaußen-Flügel repräsentierten.

Gratwanderung für die CSU

Für die CSU sei der Wechselwunsch von Plenk eine Gratwanderung. Sie begreife sich in Bayern als die Kraft, die von der konservativen Grenze bis zur bürgerlichen Mitte alles vertritt. Aber die CSU wolle auch den Anschein vermeiden, dass sie Rechtsextremen ein Obdach gebe, ordnet Eva Lell ein.

Daher hat sich Generalsekretär Blume im Münchner Merkur so geäußert, dass die CSU werde sich jeden einzelnen genau anschauen und prüfen, ob dieser sich von radikalem Gedankengut losgesagt hat. Ein Wechsel zur CSU könne daher auch nicht von heute auf Morgen geschehen.

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