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Landtagswahl in HessenAusnahmefall Stimmen-Schätzung

Eine Wählerin wirft am Morgen ihren Stimmzettel für die Landtagswahl in Hessen in die Wahlurne. (dpa / Frank Rumpenhorst)
Landtagswahl in Hessen: Eine Wählerin wirft ihren Stimmzettel in die Urne. (dpa / Frank Rumpenhorst)

Bei der Landtagswahl in Hessen sind wegen Computerproblemen Stimmen in Frankfurt nicht regulär ausgezählt, sondern geschätzt worden. Das sei der Wahrheit am nächsten gekommen, sagte Landeswahlleiter Kanther dem Deutschlandfunk. Es könnte nun zu Kräftverschiebungen kommen.

Die CDU will mit ihren Koalionsverhandlungen warten, bis das amtliche Endergebnis feststeht. Das gebiete der Respekt dem Wähler gegenüber, erklärte Generalsekretär Pentz in Wiesbaden.

Wie Landeswahlleiter Kanther dem Deutschlandfunk sagte, mussten in elf Wahlbezirken in Frankfurt die vorläufigen Ergebnisse geschätzt werden, da keine verifizierten Zahlen vorgelegen hätten. Er habe darüber bereits in der Wahlnacht im Landtag informiert. Grund für die Probleme in Frankfurt war nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine Überlastung des internetbasierten landesweiten Stimmerfassungssystems. Mitarbeiter hätten sich nicht mehr anmelden können. Sie hätten die Ergebnisse von Hand notiert. Es sei zu Übertragungsfehlern gekommen.

Kanther betonte, für einen solchen Ausnahmefall habe das Gesetz keine Regelung. Es gebe aber ein Interesse an einer schnellstmöglichen Information. Wenn Ergebnisse aus Nachbarbezirken zur Schätzung herangezogen würden, komme man der Wahrheit am nächsten, erklärte Kanther. Die anderen beiden Möglichkeiten wären gewesen, die betroffenen Wahlbezirke rauszulassen oder aber die Zahlen zu übernehmen, die im Laufe des Abends übermittelt, aber nicht verifiziert worden seien. Klar sei, dass anschließend noch einmal nachgezählt werden müsse.

Die Korrektur könnte sich auf das Kräfteverhältnis der Parteien auswirken, da die Grünen mit einem knappen Vorsprung von 94 Stimmen vor der SPD liegen. Kanther zufolge erhält die SPD in Frankfurt nach der Korrektur 100 Stimmen mehr und die Grünen erhalten 100 Stimmen weniger als im vorläufigen Ergebnis zunächst angegeben. Kanther betonte, erst nach den Rückmeldungen aus den anderen 49 hessischen Wahlkreisen wisse man, ob die SPD nun vor den Grünen auf Platz zwei komme. Ihm seien außerhalb von Frankfurt keine größeren Unregelmäßigkeiten bekannt, unterstrich Kanther. Er werde alles dafür tun, solche Probleme künftig zu vermeiden, könne aber nicht garantieren, dass dies nicht wieder vorkomme.