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StartseiteCorsoTrotzdem lustig10.11.2016

Late-Night-Shows nach Trump-SiegTrotzdem lustig

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Was sagen folglich bekannte US-Komiker wie Jimmy Fallon, Jimmy Kimmel & Co über den Wahlsieg von Donald Trump? Ein Blick in die Late-Night-Shows am Tag nach dem überraschenden Wahlergebnis.

Von Nicole Markwald

Die US-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, spricht am 16. September 2016 mit Talkmaster Jimmy Fallon über den Wahlkampf. (Timothy A. Clary / AFP)
Vor der Wahl: Die US-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, spricht am 16. September 2016 mit Talkmaster Jimmy Fallon über den Wahlkampf. (Timothy A. Clary / AFP)
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An jedem anderen Tag wäre ein solcher Start eines Interviews eine reine Katastrophe. Aber es war der Tag, nachdem Donald Trump Hillary Clinton besiegte. Schauspieler Robert de Niro war zu Gast in der Show Jimmy Kimmel Live. Dieser fragte ihn besorgt, wie er sich heute fühle. Nicht toll, so ein kurz angebundener de Niro:

"How are you feeling today?" - "I'm not feeling good." - "You're not, yeah."

Der 73-Jährige hatte erst vor wenigen Wochen in einem Video seiner Wut über Trump Luft gemacht, er wolle ihm am liebsten ins Gesicht schlagen, sagte er darin. Das sei nun keine so gute Idee mehr, merkte Kimmel an, es sei denn, er wolle festgenommen werden. De Niro stimmte lachend zu:

"Are you still gonna punch Donald Trump in the face?"

Einigkeit über Seltsamkeit des Tages

In einem waren sich die Moderatoren der späten Comedy-Sendungen einig: Es sei ein seltsamer Tag gewesen. Stephen Colbert erzählte, dass sich den ganzen Tag immer wieder daran erinnern habe müssen, dass dies kein Traum sei:

"Oh yeah, this isn't a dream."

Conan O'Brien sagte, das halbe Land ist überglücklich, die andere Hälfte niedergeschlagen oder wütend:

"Today is a really strange day. Half the country is really happy, half the country despondent and furious."

Lockere Töne, in denen auch Trauer mitschwang

Und dann erzählte O'Brien von seinen Reisen in andere Länder wie Kuba oder Armenien, wo die Menschen alles dafür geben würden, um freie Wahlen zu haben:

"In America, we get to pick who's going to ruin our country, it's up to us, we get to chose."

Hier in Amerika dürfen wir immerhin selbst bestimmen, wer unser Land ruiniert. Und weiter: Jeder sollte dankbar sein, dass wir freie Wahlen haben. Wenn uns das Ergebnis nicht passt, dürfen wir es beim nächsten Mal noch einmal probieren. Das ist wunderbar:

"But everybody should feel grateful that we get to vote and if we don't get our way we have the chance to try again. It is a beautiful thing."

Besonders viel Zeit für eine Wahlnachlese nahm sich Seth Meyers, der durch seine Auftritte in der Comedy-Sendung Saturday Night Live bekannt geworden ist. Obwohl er einen lockeren Ton traf, gab es immer wieder Momente, in denen ihm seine Trauer anzumerken war.

Wird der Job des Komikers mit Trump als Präsident leichter?

Der Tag, dass eine Frau Präsidentin der USA wird, sei nun doch noch nicht gekommen, sagte Meyers. Aber ein Mädchen oder eine junge Frau, die gerade irgendwo im Land aufwachse, werde es vielleicht eines Tages schaffen. Er hoffe sehr, dass er den Tag erleben werde, an dem diese Präsidentin vereidigt werde:

"And whoever you are I hope I live to see your Inauguration."

Generell sei er hoffnungsvoll, was Trump im Weißen Haus angehe. Schließlich habe er über die Jahre alle möglichen Überzeugungen vertreten, mal für, mal gegen Abtreibung, mal für, dann wieder gegen den Einsatz im Irak. Seine einzige Konstante, so Meyers: Seine Abneigung gegen Moderatorin Rosie O'Donell:

"Pretty much his only consistent position has been anti-Rosie O'Donell. So I'm hopeful."

"We have to accept the fact that Donald Trump will be the 45th president of the United States."

Und Conan O'Brien sprach aus, womit sich wohl alle Late Night-Moderatoren und ihre Autorenteams trösten:

"Donald Trump wird neuer Präsident und mein Job in den nächsten vier Jahren wird um einiges einfacher."

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