Freitag, 30. September 2022

Bundestag
Lauterbach verteidigt Pläne zur Finanzierung der Krankenkassen

Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat im Bundestag seine Pläne zur Stärkung der gesetzlichen Krankenkassen verteidigt. In seiner Rede im Bundestag lehnte Lauterbach Leistungskürzungen ab. Die Menschen müssten sich gerade jetzt auf die Gesundheitsversorgung in Deutschland verlassen können, sagte der SPD-Politiker.

23.09.2022

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei der Bundespressekonferenz 12.8.2022 Karl Lauterbach, Bundesminister für Ge
    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) (IMAGO/Bernd Elmenthaler)
    Um einer erwarteten Finanzierungslücke in Milliardenhöhe entgegenzuwirken, plant die Bundesregierung unter anderem, den Zusatzbeitrag der Krankenkassen anzuheben - er dürfte um 0,3 Prozentpunkte steigen. Auch die Kassen sowie Apotheken und Pharma-Unternehmen sollen zur Finanzierung beitragen.
    Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Sorge, kritisierte, die Bundesregierung ignoriere strukturelle Probleme im Gesundheitswesen. Es gelte, Insolvenzen der Kliniken zu verhindern. Der Linken-Politiker Gürpinar sagte, die geplante Anhebung des Zusatzbeitrags belaste vor allem Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen. Viele Gutverdienende würden gar nicht in die gesetzlichen Krankenkassen einzahlen. Nach Ansicht des AfD-Bundestagsabgeordneten Sichert ignoriere der Gesetzentwurf der Bundesregierung die wirklich notwendigen Stabilisierungen im Gesundheitswesen.
    Der bayerische Gesundheitsminister Holetschek (CSU) warf Bundesgesundheitsminister Lauterbach eine Destabilisierung des Gesundheitssystems vor. Holetschek sagte im Deutschlandfunk, das Krankenkassen-System nicht grundlegend zu ändern, sondern nur einzelne Löcher zu stopfen, werde zu Chaos führen und letztlich zu Lasten der Patienten gehen.
    Diese Nachricht wurde am 23.09.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.