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LebensmittelhygieneHähnchen häufig von Durchfallerregern befallen

Geflügel-Schlachterei: Mitarbeiterinnen packen gerade Beutel mit Innereien in Brathähnchen. (picture alliance / dpa)
Hähnchen im Handel sind häufig von Durchfallerregern befallen - Archivbild (picture alliance / dpa)

Hähnchen im Lebensmitteleinzelhandel weisen einer Untersuchung zufolge häufig gefährliche Bakterien auf.

Jede zweite von rund 400 Frischfleischproben enthielt 2017 das sogenannte Campylobacter-Bakterium. Das geht aus einer Antwort des Bundesernährungsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Hofreiter hervor. Zuerst hatte die "Rheinischen Post" aus Düsseldorf darüber berichtet. Demnach wurde der Erreger bei Proben direkt an den Schlachthöfen bei fast 79 Prozent der Masthähnchen gefunden. 2011 waren noch rund 41 Prozent der Tiere betroffen.

Die Infektion mit dem Durchfallerreger Campylobacter ist laut Robert-Koch-Institut mit bis zu 70.000 Fällen pro Jahr die häufigste bakterielle meldepflichtige Krankheit in Deutschland. Kinder und junge Erwachsene sind demnach besonders häufig betroffen. Der Erreger kann vor allem bei immungeschwächten Menschen zu gefährlichen Erkrankungen führen.

Grüne fordern strengeren Grenzwert für Keime

Grünen-Fraktionschef Hofreiter forderte mehr Hygiene auf den Schlachthöfen. Die Bundesregierung müsse sich in Brüssel dafür einsetzen, dass die Grenzwerte für Keimbelastung deutlich nachgebessert würden. Auch die Verbraucherzentralen mahnten verschärfte Kontrollen in der Fleischindustrie an. Der Bundesverband des Lebensmittelhandels wies dagegen darauf hin, dass die in den USA zulässige Methode, Keime auf dem Fleisch durch Chlor zu beseitigen, in Europa nicht erlaubt sei. Auf Geflügelfleisch würden deshalb Verzehrhinweise entsprechende gegeben.