Dienstag, 02.06.2020
 
Seit 07:56 Uhr Sport
StartseiteVerbrauchertippObst und Gemüse richtig lagern16.04.2020

Lebensmittelverschwendung vermeidenObst und Gemüse richtig lagern

Obst und Gemüse bleiben länger frisch, wenn man sie richtig lagert. Doch nicht für alles ist der Kühlschrank der richtige Ort. Und die bunte Obstschale ist auch nicht immer die beste Wahl. Außerdem sollten Verbraucher darauf achten, welches Obst und Gemüse sie gemeinsam lagern.

Von Susanne Kuhlmann

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Dekorativer Obstteller beim Frühstücksbüffet in einem Hotel (Imago/ Winfried Rothermel)
In einer großen Schale sieht ein bunter Mix aus Gemüse und Obst verführerisch aus - oft allerdings nur für kurze Zeit (Imago/ Winfried Rothermel)
Mehr zum Thema

Lebensmittel zu Dumpingpreisen Gut für Verbraucher, schlecht für Bauern?

Regionale Lebensmittel Wenig transparente Kriterien bei der Kennzeichnung

Kühlschränke im Test Nicht neben Ofen oder Herd platzieren

Nachhaltiger Frühjahrsputz Ein ungewohntes Reinigungsgefühl

"Alles, was aus ferneren Ländern importiert wird, möchte zur Lagerung eher bei Raumtemperatur aufbewahrt werden." Diese Faustregel nennt die Ökotrophologin Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung. "Das, was bei uns im Land wächst, also die heimischen Arten, die können ganz gut im Kühlschrank gelagert werden."

Fast alle jedenfalls. - "Ausnahmen für den Kühlschrank sind Kartoffeln. Bei denen würde sich die Stärke in Zucker umwandeln, und dann schmecken die nicht mehr so, wie wir die mögen. Gurken und Tomaten sind Fruchtgemüse, die möchten auch nicht im Kühlschrank gelagert werden. Die werden glasig, verlieren an Konsistenz, Festigkeit und an Aroma vor allem."

Aber in der Gemüseschale wiederum verdunsten sie viel Wasser und werden schlapp. Also besser so schnell wie möglich aufessen.

Beeren, Kohl und Lauch in den Kühlschrank

Beeren dagegen lassen sich ganz gut ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren, sagt Gabriele Kaufmann:

"Erdbeeren, Himbeeren und so weiter. Und wenn ich die zur Saison in größeren Mengen kaufe, dann gehören die bei warmen Tagestemperaturen zur Lagerung in den Kühlschrank. Vielleicht ein bis drei Tage. Dann gibt es noch einen kleinen Trick, weil die Verkaufspackungen häufig offen sind, oben keine Verpackung haben, was ja auch ganz gut so ist: Wenn man ein Küchentuch nimmt, das feucht macht und die Beerenpackung damit abdeckt."

Feuchtigkeit und Verdunstungskälte halten sie ein bisschen länger frisch. Andere kompakte Früchte aus heimischem Anbau, wie Kohlköpfe und Lauchstangen, bleiben im Kühlschrank auch mehrere Tage knackig. Ganz besonders leicht verwelken allerdings zarte Blattsalate. Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung schlägt vor:

"Ich kann mir helfen, indem ich den Kopfsalat küchenfertig vorbereite und dann in ein verschließbares Behältnis packe und im Gemüsefach aufbewahre. Dann kann ich das ein, zwei, drei Tage prima verwenden. Oder ich mache nur die Portionsblätter ab und halte den Vorrat auch in der Gemüseschublade."

In die Obstschale nur, was bald gegessen wird

Christa Gläser verkauft an ihrem Marktstand in Leverkusen Äpfel aus dem Bergischen Land. "Um die Äpfel gut zu lagern: aus der Plastiktüte raus. Wenn man sie für längere Zeit lagern möchte, in einen kühlen Keller oder ins Gemüsefach im Kühlschrank. Ansonsten in der Obstschale, wenn man sie schneller isst."

In einer großen Schale sieht ein bunter Mix aus Gemüse und Obst verführerisch aus. Allerdings nur für kurze Zeit, sollten Früchte dabei sein, die besonders viel Ethen oder Ethylen bilden – ein Reifegas. 

"In dem Fall, wo ich das Nachreifen haben möchte, ist das toll, wenn die Banane das Ethen abgibt. Aber sie reagiert auch selber empfindlich darauf. Das heißt, wenn ich da neben die grüne Banane einen Apfel lege oder auch eine Tomate, dann begünstigt sich das beides im weiteren Atmungsprozess und Reifeprozess."

Das lässt sich aber auch gezielt nutzen: Ein Apfel neben einer noch nicht weichen Avocado beschleunigt deren Nachreifen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk