Mittwoch, 18. Mai 2022

USA
Lech Walesa wirbt um Hilfe für ukrainische Flüchtlinge in Polen

Der Friedensnobelpreisträger und polnische Ex-Präsident Lech Walesa ist in die USA gereist, um Hilfe für ukrainische Flüchtlinge in Polen zu organisieren.

13.05.2022

Porträt von Lech Walesa
Der frühere polnische Präsident Lech Walesa. (Archivbild) (picture alliance / dpa / PAP / Roman Jocher)
In Connecticut, wo viele polnisch- und ukrainisch-stämmige Menschen leben, traf er unter anderem Gouverneur Ned Lamont. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte jedoch eine Reifenpanne Walesas auf dem Highway 84 bei Hartford. Wie die Polizei des Bundesstaats auf Facebook mitteilte, trafen mehrere Beamte bei dem liegengebliebenen Geländewagen ein - unter ihnen der 35-jährige Lukasz Lipert. Er war mit 18 Jahren aus Polen in die USA eingewandert. Als die Polizisten den 78-jährigen mit dem charakteristischen Schnurrbart als den ersten demokratisch gewählten Staatschef Polens erkannten, reagierten sie überwältigt. Lipert sei mehr als dankbar für die Gelegenheit gewesen, einer so einflussreichen Person zu helfen und kurz mit ihm über die Geschichte Polens zu sprechen. Der Zeitung "Hartford Courant" sagte er, es sei definitiv eine großartige Gelegenheit gewesen, den Mann zu treffen, der in diesen Zeiten eine so wichtige Stimme habe.
Walesa wurde in den 80er Jahren zur Ikone des Widerstands gegen die kommunistische Herrschaft. Der Elektriker aus der Hafenstadt Danzig wurde Anführer der Gewerkschaft Solidarnosc und für seinen friedlichen Protest 1983 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Bei den ersten demokratischen Wahlen in Polen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde er dann zum Staatspräsidenten gewählt.
Diese Nachricht wurde am 13.05.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.