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StartseiteVerbrauchertippEine Sache der Licht-Einstellung21.01.2019

LED-FahrradleuchtenEine Sache der Licht-Einstellung

Scheinwerfer, die falsch eingestellt sind, können blenden. Bisher war das vor allem bei Autos der Fall. Doch mittlerweile können Fußgänger von leistungsstarken LED-Scheinwerfern an Fahrrädern geblendet werden. Dabei ließe sich das in vielen Fällen vermeiden.

Von Detlev Karg

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Radfahrer fahren im Morgennebel über den Elbradweg in Dresden (Sachsen), 2013 (picture alliance / dpa / Arno Burgi )
Manche Fahrradleuchten können Fußgänger blenden (picture alliance / dpa / Arno Burgi )
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Rollendynamos, die bei Regen versagen und Glühlampen, die eher zum Gesehenwerden als zum Sehen in der Dunkelheit taugten, gehören der Vergangenheit in der Fahrradwelt an. Verkauft werden heute ausschließlich LED-Leuchten, deren maximale Leistung die Strecke bestens ausleuchtet. Allerdings werden oft unfreiwillig die Gesichter anderer mit ausgeleuchtet. Das soll natürlich nicht sein, sagt Peter Dedenbach, Fahrradhändler in der Kölner Südstadt:

"Ich muss natürlich sagen: Ich bin glücklich, dass es endlich vernünftige, haltbare und helle Fahrradbeleuchtung gibt. Es geht ja eigentlich darum, dass man Fahrrad fährt und im Dunkeln etwas sieht! Früher hätte man nicht blenden können weil die Lampen einfach zu schwach waren, jetzt muss man aufpassen, dass sie richtig eingestellt sind."

Genau hier hapert es. Zeigt der Fahrradscheinwerfer aber exakt nach vorne, weil es den Besitzer nicht kümmert, dann werden andere Verkehrsteilnehmer geblendet. Stephan Behrendt, Referent für Technik beim ADFC-Bundesverband, erklärt wie es richtig geht:

"Der Scheinwerfer muss richtig eingestellt sein. Richtig eingestellt, das ist die Faustregel, in 10 Meter Abstand sollte die hellste Stelle den Boden berühren. Das kann man schön im Keller ausprobieren, mit einer weißen Wand, dass man das Fahrrad einfach mal etwas schiebt, und guckt, wo ist die hellste Stelle nach zehn Metern."

Wichtig sind zugelassene Beleuchtungen 

Nicht nur die Einstellung machts. Denn auch unzulässige Beleuchtungen wie Taschen- oder Stirnlampen können blenden. Wichtig sind deshalb zugelassene Beleuchtungen wie der ADFC-Experte erklärt:

"Ich habe jetzt hier einen zugelassenen Scheinwerfer, den kann man schön an die Wand leuchten. Und da sehen Sie deutlich, dass das Leuchtfeld oval ist, dass es also nach oben abgeschattet ist. Das heißt, es leuchtet nicht in die Bäume und leuchtet damit auch nicht Fußgängern und anderen Fahrradfahrern in die Augen, sondern nur da wo es hin soll, nämlich auf die Fahrbahn."

Ganz anders Taschenlampen, die an der Kleidung befestigt werden, oder Stirnlampen: Ihr Leuchtfeld ist naturgemäß kreisrund, sie strahlen die komplette Vorderfläche an, denn sie sind ja auch für einen anderen Zweck gemacht.

Bußgeld ist möglich

So ganz auf die leichte Schulter nehmen sollte man die Frage der Beleuchtung auch als Fahrradfahrer nicht, denn im Zweifel begeht man eine Ordnungswidrigkeit und ein Bußgeld könnte fällig werden.

"Die Straßenverkehrsordnung gilt natürlich immer, dass ich niemand anderen behindern und beeinträchtigen darf..." – auch wenn es im Bußgeldkatalog heute keinen ausgewiesenen Tatbestand des Blendens im Straßenverkehr als solchen gibt. Doch das könnte sich ändern – wie etwa bei der Geschwindigkeitsbegrenzung, die für Radfahrer früher kein Problem war. Heute bringt zu schnelles Fahren, das durch E-Bikes ein Kinderspiel und eine Gefahr geworden ist, einen Punkt in Flensburg ein.

Fazit: Mehr Leistung bei der Beleuchtung verlangt mehr Eigenverantwortung vom Fahrradbesitzer. Fahrradhändler Peter Dedenbach wünscht sich die alten Zeiten trotzdem nicht zurück: "Ich selber habe in früheren Jahren wenn es nass war oder Schnee lag, vor meinem Fahrrad im Dreck gekniet und musste meinen Dynamo anflehen, dass er sich mitbewegt."

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