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StartseiteVerbrauchertippSchnell amortisiert und individuell einstellbar17.02.2020

LED-LeuchtenSchnell amortisiert und individuell einstellbar

Mit LEDs - Licht emittierenden Dioden - kann man energiesparend Licht ins Dunkel bringen. Aber LED ist nicht gleich LED. Sie unterscheiden sich durch Lichtfarbe, Dimmbarkeit, Leuchtrichtung und nicht zuletzt durch das Preis-Lebensdauer-Verhältnis. Allzu billig sollten sie nicht sein.

Von Thomas Wagner

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Eine herkömmliche "Glühbirne" (l-r), eine Halogenlampe, eine Energiesparlampe, eine LED-Lampe und eine "vosLED-Glühbirne" brennen am 16.06.2015 in der Vosla-GmbH in Plauen (Sachsen).  (picture alliance / dpa / Jan Woitas)
LED (r.) leuchten ganz anders als Halogenlampen (2.v.l.), Energiesparlampen (M.) und herkömmliche Glühbirnen (l.) (picture alliance / dpa / Jan Woitas)
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"Da, diese halbweißen Birnen – strahlen die nur nach oben ab? Das hängt davon ab, wo Sie ihr Licht brauchen."

Energieberatung im Rathaus Tübingen: Die "halbweißen Birnen", um die es geht, sind keine klassischen Glühbirnen, sondern LED-Leuchten. Und die zeichnen sich vor allem durch eines aus: Der "Hunger" auf Strom ist überschaubar.

"Dann kommt der Hauptvorteil. Dass der Energieverbrauch der LEDs gerade mal bei einem Zehntel der Glühbirnen liegt. Und das merkt man natürlich am Jahresende an der Stromrechnung."

Von der Energiebilanz stehen LEDs auch deutlich günstiger da als beispielsweise Energiesparlampen auf Leuchtmittel-Basis oder Halogenleuchten. Hinzu kommt bei den LED, so der Tübinger Energieberater Hermann Jacobi, "die exorbitant hohe Lebensdauer. Die LED-Birnen, die man heute so im Supermarkt kaufen kann, die haben etwa 15.000 Stunden."

Amortisiert nach einem Vierteljahr

Das entspricht in etwa dem 15- bis 20-fachen der klassischen Glühbirne. Für den Verbraucher könne es daher nur eine Konsequenz geben:

"Das, was man zuhause noch an Glühbirnen hat, ausbauen, wegwerfen, entsorgen – und die LED, die sie dann reinschrauben, wird in der Regel 10 bis 20 Jahre halten."

Die Anschaffungskosten der LED hätten sich in spätestens einem Vierteljahr amortisiert, so der Tübinger Energieberater. Allerdings: Wer sich in Zukunft von LED erleuchten lassen will, hat die Qual der Wahl. Hermann Jakobi zeigt auf eine LED-Leuchte vor ich.

"Die hat die Besonderheit, dass ich sie durch einen Lichtschalter dimmen kann."

Verschiedene Lichtfarben und Typen

Das heißt: Durch mehrmaliges Ein- und Ausschalten hintereinander kann man manche Lampen heller oder dunkler leuchten lassen, ohne dass dazu ein eigener Regler, ein sogenannter "Dimmer", notwendig wäre. Bei anderen LED-Lampen lässt sich wiederum durch kurzes Ein- und Ausschalten hintereinander die Farbtemperatur ändern.

LED-Leuchten sind am 09.02.2019 waehrend der Konsumguetermesse Ambiente in Frankfurt am Main zu sehen. Foto: Franziska Gabbert | Verwendung weltweit (picture alliance / dpa / Franziska Gabbert)LEDs können auch warmes Licht abstrahlen (picture alliance / dpa / Franziska Gabbert)

"Ich kann von kaltem Licht auf warmes Licht umschalten. Warmes Licht ist das klassische Licht, das man von der Glühbirne kennt. Das hat so einen rot-gelben Stich, geht eher so in Richtung Sonnenuntergang. Und das kalte Licht ist, das ist das, was wir an einem schönen Sommertag haben, wenn der Himmel blau ist, habe ich dann ein sehr kaltweißes Licht. Für die Arbeitswelt brauche ich, um besser zu sehen, nicht nur helleres Licht, sondern auch ein weißeres Licht, wo ein höherer Blauanteil drin ist. Das hat auch den nützlicheren Nebeneffekt, dass man bei einem höheren Blauanteil etwas wacher bleibt. Man bleibt länger fit."

"Man sollte nicht irgendwelche Billig-LEDs kaufen"

In der Regel werden für eine Haushalts-LED so um die fünf bis sieben Euro fällig. Das ist deutlich mehr als das, was die klassische, im Handel seit Ende 2012 ohnehin verbotene Glühbirne einst kostete. Dennoch sollten Verbraucher beim LED-Kauf nicht knausern:

"Man sollte nicht irgendwelche Billig-LEDs kaufen, also keine Sonderangebote von Discountern und so weiter, sondern nur hochwertige Markenprodukte. Die Erfahrung ist, dass gerade bei Billig-Produkten, bei No-Name-Produkten, die Lebensdauer dramatisch kürzer ist."

ILLUSTRATION - LED-Rueckscheinwerfer am Stadt-E-bike "Souplesse GP" des Herstellers MTB Cycletech, waehrend eines Pressetermins des Pressedienstes Fahrrad am 03.02.2020 in Berlin (gestellte Szene). Foto: Robert Guenther | Verwendung weltweit (picture alliance / dpa / Robert Guenther)LED-Leuchtmittel gibt es inzwischen für fast alle Einsatzbereiche (picture alliance / dpa / Robert Guenther)

Längst werden LED auch in Autoscheinwerfern verbaut. Und da tritt ein Konstruktionsunterschied besonders zutage:

"Es gibt zwei LED-Systeme: Die Reflektortechnik, bei der das LED-Licht flächiger aus dem Schweinwerfer strahlt und so genannte Linsenprojektionssysteme. Die strahlen aus einer kleinen Lichtquelle sehr helles Licht."

Das, so ADAC-Sprecher Johannes Boos, als sehr grell wahrgenommen wird. Deshalb gilt sein Appell an Hersteller und potentielle Autokäufer: Darauf achten, dass zumindest beim Abblendlicht die weniger grell wirkende Reflektortechnik verwendet wird. Die bringe ein deutliches Mehr an Verkehrssicherheit.

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