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StartseiteAus Kultur- und SozialwissenschaftenNeue Formen muslimischer Religiosität05.12.2019

Legalistischer Islam Neue Formen muslimischer Religiosität

Während der extremistische Islamismus immer weniger Zulauf hat, wird der legalistische Islam immer stärker. Wissenschaftler warnen, dass dieser zwar gewaltfrei sei, aber versuche, seine antidemokratischen und unfreiheitlichen Wertvorstellungen politisch durchzusetzen.

Von Ingeborg Breuer

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ARCHIV - Zwei vollverschleierte Frau schauen durch die Schlitze ihrer Nikabs am 28.06.2014 auf einer Kundgebung des radikalen Salafistenpredigers Vogel in Offenbach am Main (Hessen). (Zu dpa "Verbot der Gesichtsverhüllung in Österreich - Kontrollen am Airport" vom 01.10.2017) Foto: Boris Roessler/dpa | Verwendung weltweit (dpa / Boris Roessler)
Frauen mit Niqab verfolgten 2014 eine Kundgebung des radikalen Salafistenpredigers Pierre Vogel im hessischen Offenbach am Main (dpa / Boris Roessler)
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"Bei mir war‘s so, ich hab den Islam an sich nie kennengelernt, sondern bin sofort in die Extremform eingestiegen. Das passiert durch Leute, die für diese Richtung werben."

Irfan Peci, in Serbien geboren, in Deutschland aufgewachsen, rief als Jugendlicher zum "Heiligen Krieg" gegen die Ungläubigen auf. Mit 19 wurde er verhaftet, ließ sich zeitweise als V-Mann für den Verfassungsschutz anwerben. Zentral für seine islamistische Radikalisierung sei die Gewissheit gewesen, so der heute 30-Jährige, dass Muslime höherwertig als Andersgläubige seien. Und dass Muslime immer Opfer von Gewalt und Diskriminierung seien.

"Minderwertiger deutscher Ungläubiger sagt etwas, das einen verletzt"

"Da waren dann die Botschaften attraktiv, dass man Teil einer großen Sache ist, eine göttliche Mission. Du bist nicht Teil der Gesellschaft. Diese aggressive Grundeinstellung, dass man selbst als Moslem mehr wert ist. Und wenn dann so ein minderwertiger deutscher Ungläubiger etwas sagt, das einen das verletzt und man dann Gewalt anwendet."

Im Oktober dieses Jahres sprach Irfan Peci am Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam über die "Rolle der Ideologie bei der islamistischen Radikalisierung". Eine Ideologie, die das Töten von Ungläubigen im Namen Allahs zum Programm macht. Mit der Intention, einen islamischen Staat durchzusetzen. Auch wenn die Gruppe selbst ernannter Gotteskrieger in Deutschland nach wie vor klein ist, es werden mehr. Dr. Hazim Fouad, Islamwissenschaftler beim Landesamt für Verfassungsschutz in Bremen:

Sehr einfache Erklärungen für junge Menschen

"In Deutschland zählen wir momentan 11.800 Salafisten bei ungefähr fünf Millionen Muslimen, das sind ungefähr 0,2 Prozent. Das dreht man einmal um, dann weiß man, 99 Prozent der Muslime in Deutschland sind keine Salafisten. Gleichwohl - die Anhängerzahlen sind sehr rasch angewachsen, insbesondere unter Jugendlichen. Und das hat sehr viele Gründe. Es bietet sehr einfache Erklärung für das, was in der Welt geschieht und kann dann sinnstiftend insbesondere für junge Menschen wirken, die sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen."

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Für den Berliner Islamexperten Dr. Guido Steinberg markiert dieser radikale Dschihadismus den Endpunkt einer Reformbewegung, die seit dem 18. Jahrhundert zurück zu den "Salaf", den Quellen des Islam wollte. Mit einem solchen Rückgang zu den "Altvorderen" der Religion hofften diese "Salafisten" nicht zuletzt den zunehmend stärker werdenden westlichen Einfluss in der muslimischen Welt zurückzudrängen. Vergeblich. Und ebenso wenig gelang es den Reformbewegungen, Gesellschaften oder gar Staaten in ihrem Sinne zu erneuern. Und der Dschihad sei nun der radikalste Versuch, den Gottesstaat doch noch mit Gewalt zu errichten.

"So radikal, dass ihnen kaum mehr einer folgen mag"

"Wenn man sich die Entwicklung anschaut seit den 70er Jahren, seit die ersten dschihadistischen Gruppen aufgetaucht sind, werden die weltanschaulich immer radikaler und man kann das am Bespiel des islamischen Staates in Irak und Syrien beobachten. Der geht ja keine Kompromisse mehr ein, der bekämpft oft die Iraner, die Iraker, die Syrer, die Amerikaner, die Juden, die Christen die Schiiten."

Aufgrund dieser brutalen Kompromisslosigkeit, meint Guido Steinberg, könne der Dschihadismus kaum noch Anhänger gewinnen.

"Das ist aus meiner Sicht eine Tendenz, die solchen ideologischen Bewegungen inhärent ist. Sie werden an ihren Rändern immer radikaler, wenn sie nicht erfolgreich sind und laufen sich dann irgendwann tot, weil sie so radikal werden, dass ihnen kaum mehr einer folgen mag."

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Islamische Werte politisch durchsetzen

Die These, dass der erbarmungslose Terror etwa des IS zu einer Ernüchterung derer führe, die an den Gottesstaat geglaubt haben, ist umstritten. Allerdings verzeichnet auch der Ethnologe Professor Roman Loimeier Formen eines religiösen Wandels im Nahen Osten. Er betreut zurzeit ein Forschungsprojekt über "Neue Formen muslimischer Religiosität" in sechs islamischen Ländern. Und stellt eine Vielfalt muslimischer Frömmigkeit fest, die keineswegs immer fundamentalistischen Glaubensdoktrinen folgt.

"Was auffällig ist, nicht in allen Ländern dieser Religion, aber in einigen, findet ein gewisser Rückzug in die individuelle Religiosität statt. Und diese Verlagerung des Religiösen kann einhergehen mit einer Abnahme religiöser Aktivitäten. Es kann aber auch sein, dass die Leute neue religiöse Praktiken beginnen, also Formen von Sufismus oder Esoterik. Das ist ein ganz breites Spektrum, was da läuft. Und es läuft unter dem Radar der westlichen Aufmerksamkeit."

Absetzbewegungen der sogenannten "Kulturmuslime"

Insbesondere in Tunesien gebe es zunehmend sogenannte "Kulturmuslime". Menschen, die sich zwar weiterhin als Muslime verstehen, ohne aber die islamischen Gebote besonders ernst zu nehmen. Eine Tendenz, die auch auf andere Länder abfärbt:

"In Algerien, zum Beispiel, da geht‘s auch stark in eine ähnliche Richtung. In Ägypten ist die Frustration mit den Religiösen zum Teil enorm. Auch im Libanon gibt’s eine gigantische Absetzbewegung von System. Auch in Saudi-Arabien, nur äußern sie sich anders, dass die Leute tatsächlich nicht mehr in die Moschee gehen, dass sie Urlaubsreisen durchführen nach Europa oder in die Türkei. Oder dass sie konsumieren. Dass sie in die Wüste rausfahren, weil dort kein religiöser Gelehrter rumsteht. Dass die Frauen sich nicht mehr so kleiden, wie sie sich kleiden sollen."

Christlicher Bürgermeister von Jakarta musste gehen

Muslimische Identität hat also viele Facetten. Auch die Frankfurter Ethnologin und Leiterin des Forschungszentrums "Globaler Islam" Professor Susanne Schröter verzeichnet zwei konträre Entwicklungen in der islamischen Welt. Im August erschien ihr Buch "Politischer Islam. Stresstest für Deutschland". Auf der einen Seite, schreibt sie dort, gebe es liberale Muslime, die am "Aufbau einer säkularisierten Moderne" festhalten. Doch ein anderer Teil treibe, so wörtlich, "die Durchsetzung einer islamistischen normativen Ordnung voran". Selbst in Ländern wie Indonesien, wo lange ein eher moderater Islam vorherrschte, breite sich eine zunehmende Intoleranz gegenüber Nichtmuslimen aus.

"Da gab es im letzten Jahr den bemerkenswerten Fall des christlichen Bürgermeisters von Jakarta, der konfrontiert war mit der Idee, ein Nichtmoslem darf niemals Muslime führen, das sei gegen die islamische Lehre. Und er hat versucht, sich zur Wehr zu setzen und gesagt, das steht doch gar nicht im Koran. Daraufhin wurde ihm der Vorwurf gemacht, das sei blasphemisch. Als Nicht-Muslim dürfe er gar nicht mit dem Koran argumentieren. Und jetzt dachte jeder, so ein haltloser Vorwurf, der wird doch im Sande verlaufen. Nein, das ist nicht passiert, es ist zur Anklage gekommen wegen Blasphemie. Und dieser Mensch, dieser Bürgermeister, wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Und mittlerweile ist der neue Bürgermeister wieder ein Moslem."

Gefahr des legalistischen Islamismus

Eine größere Gefahr als der islamistische Terror sei möglicherweise der sogenannte "legalistische Islamismus", so Susanne Schröter. Dieser kämpfe zwar gewaltlos, aber sehr effizient dafür, islamische Wertvorstellungen in der Gesellschaft zu verankern.

"Die Schariaisierung der Gesellschaft. Es geht nicht primär darum, einen islamischen Staat aufzubauen, sondern es geht um das Normensystem, das Rechtssystem. Es gibt durchaus Gesellschaften, in denen ist das gesamte Rechtssystem islamisiert und es herrschen überall islamische Normen. Es gibt auch drakonische Strafen für alle, die die Normen übertreten. Aber die Gesellschaft ist kein Kalifat."

In Deutschland seien vor allem Islamverbände wie der "Zentralrat der Muslime", die "Ditib", die "Islamische Gemeinschaft Milli Görus" oder das schiitische "Islamische Zentrum" in Hamburg bemüht, islamische Normen gesellschaftlich durchzusetzen. Dies werde auch dadurch ermöglicht, weil die deutsche Politik beim Versuch, Muslime am gesellschaftlichen Leben partizipieren zu lassen, die "Kirchen-Brille" aufsetze. Weil man etwa in Fragen der religiösen Bildung mit muslimischen Verbänden auf die gleiche Art zusammenarbeiten will wie mit den Kirchen. Nur:

Forderung nach Implementierung von islamischen Normen

"Wenn man sich das vor Augen führt, dann stellt man fest, es ist keine Kirche, sondern eine ganz andere Organisation, wo man sich fragen muss, ist es überhaupt eine religiöse Organisation oder eher eine politische Organisation? Und deswegen sage ich, wenn man die Kirchenbrille aufhat und deklariert nun alles zu einem Äquivalent, macht man große Fehler, weil man Akteure mit ins Boot holt, die man besser draußen lässt, weil man nicht gerade den Islam befördert, der am besten zu unserer Gesellschaft passt."

Es gebe einerseits eine kleine Gruppe von dezidiert liberalen Muslimen in Deutschland, erläutert Susanne Schröter. Etwa 40 Prozent seien wiederum "Kulturmuslime", die eine lockere Verbindung zu ihrer Religion hätten. Doch ebenfalls 40 Prozent hätten ein "eher problematisches Weltbild". Religiöses Recht werde da über weltliches gestellt, der Islam gelte als die beste aller Religionen. Und solche Stimmen würden nicht zuletzt durch die Islamverbände in der Öffentlichkeit verstärkt:

"Gerade wenn sie mehr werden, fordern sie ein, dass islamische Normen überall implementiert werden, nehmen wir zum Beispiel die Schulen. Da geht es nicht mehr nur darum, dass der Schwimm- und Sportunterricht geschlechtergetrennt durchgeführt wird, da erleben wir religiöses Mobbing, kleine Mädchen, die nicht mehr neben Jungen sitzen wollen, schon in der Grundschule. Die Respektlosigkeit von Lehrerinnen, die immer wieder beklagt wird oder die Forderung, dass alles Essen nur noch halal sein solle und bis dahin, dass Fleisch nur noch von Metzgern geholt wird, die tatsächlich halalzentrifiziert wird. Also so ein Durchdringen der Gesellschaft mit immer mehr islamischen Normen."

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Keine Toleranz gegenüber einem fundamentalistischen Islam

Susanne Schröter hebt hervor, dass der Islam als Religion sehr vielfältige und inspirierende Facetten aufweise. Dies gelte es zu würdigen. Aber das dürfe nicht zu einer Toleranz gegenüber fundamentalistischen Formen des politischen Islam führen. Gerade in linksliberalen Kreisen ergreife man aber auch dafür häufig Partei. Zum Beispiel, weil man Muslime generell für eine unterdrückte Minderheit halte, die man in Schutz nehmen müsse. Und weil man die Besonderheit einer anderen Kultur in ihrem Eigenwert anerkennen müsse. Der Soziologe und Politikwissenschaftler Prof. Armin Pfahl Traughber problematisiert in der Frankfurter Vorlesungsreihe diese Haltung:

"Es gibt in der Linken einen Kulturrelativismus, der darin besteht, dass man jeder Kultur einen Eigenwert zuschreibt, dass man keine Wertungen mehr von Kulturen vornimmt. Und das ist aus menschenrechtlicher Sicht sehr kritikwürdig, denn Kulturen unterscheiden sich. Es gibt Kulturen, wo Homosexuelle Außenminister und Vizekanzler sein konnten. Und es gibt Kulturen, in denen Homosexualität eine Todesstrafe auslöst. Und das erlaubt aus menschenrechtlicher Perspektive, Kulturen in ihrer Wertigkeit zu unterscheiden."

Nicht jede Kritik ist "muslimenfeindliche Hetze"

Und dies bedeute eben, dass nicht jede Kritik an "menschenrechtlich problematischen Einstellungen", wie sie unter manchen Muslimen zu finden ist, als "muslimenfeindliche Hetze" zu bewerten sei.

"Wir wissen aus Forschungen, dass es dort Einstellungen gibt, die gegenüber anderen sozialen Gruppen stärker vorkommen. Dazu gehört zum Beispiel ein traditionelles Frauenbild, dazu gehört eine Herabwürdigung von Homosexuellen und dazu gehört auch einen Negativwertung von Juden. Das heißt ja nicht, dass alle Muslime diese Einstellungen aufweisen, aber aus menschenrechtlicher Sicht muss man so was kritisieren. Genauso wie wir rechtsextremistische Einstellungspotentiale unter autochthonen Deutschen kritisieren."

"Kulturelle Besonderheiten tatsächlich unterschiedlich werten"

Mit Begriffen wie "Islamophobie" und "antimuslimischer Rassismus", so der Professor an der Fachhochschule des Bundes in Brühl, werde oft versucht, eine Debatte über den politischen Islam zu unterbinden. Auch Susanne Schröter musste das erfahren, als sie im Frühjahr eine Konferenz zum Thema "das islamische Kopftuch" ankündigte. Da wurde sie des "antimuslimischen Rassismus" beschuldigt und radikale Studentenverbände forderten ihre Entlassung. Der AStA, wie auch die Hochschulleitung allerdings verteidigten die Konferenz:

"Rassismus meint ja eigentlich, dass man ein biologisches Konstrukt, eine Rasse nutzt, um Menschen gegeneinander in einem wertenden Sinne abzugrenzen. Und dann hat man das von der Biologie auf die Kultur übertragen und deswegen von einem kulturellen Rassismus gesprochen. Das sehe ich als ein Problem an, weil man kulturelle Besonderheiten tatsächlich unterschiedlich werten kann. Mittlerweile werden sogar liberale Muslime, die für eine frauenrechtliche Reform des Islam eintreten als antimuslimische Rassistinnen geschmäht. Und das macht die ganze Absurdität dieses Begriffes aus."

Antidemokratisch, anti-emanzipativ, unfreiheitlich

Zu einer lebendigen Demokratie gehören kulturelle Vielfalt und das Recht auf unterschiedliche Lebensentwürfe. "Diversität" - die Anerkennung der Verschiedenheit von Kulturen, Religionen oder auch sexueller Orientierung - ist sozusagen der Markenkern einer liberalen offenen Gesellschaft. Und dennoch kann "Diversität" zum Problem werden, gibt Susanne Schröter zu bedenken. Wenn nämlich in ihrem Namen die Räume jener offenen Gesellschaft verkleinert werden sollen.

"Also Diversität mit Leuten, die eigentlich Diversität abschaffen wollen, das kann kein guter Weg sein. Natürlich freue ich mich über Vielfalt, aber da muss man fragen, was ist in diesem diversen Paket alles drin? Wir freuen uns ja auch nicht über mehr Rechtsradikale, weil es diverser dann wird, genau so wenig freuen wir uns über Islamisten, weil das sind beides Gruppen, die identitär verfasst sind, und deren Wertvorstellungen und Normen absolut antidemokratisch, antiemanzipativ sind und letztlich auch gegen eine freie Gesellschaft gerichtet sind."

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