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StartseiteSport am WochenendeLeichtathletik im Bezahlfernsehen05.05.2011

Leichtathletik im Bezahlfernsehen

Fans werden vom Saisonstart ausgeschlossen

Fast unter Ausschluss der deutschen Leichtathletik-Fans startet morgen die Diamond League. Der Start der 14 Meetings umfassenden Serie mit einem Gesamtpreisgeld in Höhe von 5,4 Millionen Euro ist nur auf dem Bezahlkanal Sport1+ zu sehen. Internationale Stars fehlen noch im Starterfeld, aus Deutschland reisen vier Sportler an.

Von Heinz Peter Kreuzer

Der Startschuss für die 2. Saison der Diamond League fällt. (picture alliance / dpa)
Der Startschuss für die 2. Saison der Diamond League fällt. (picture alliance / dpa)

Superstars wie 100 Meer-König Usain Bolt aus Jamaika und der kenianische 800 Meter-Weltrekordler David Rudisha fehlen beim Auftakt der Diamond League in Doha. Vielen Sportlern passt der frühe Termin nicht in den Saisonaufbau für die Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu Ende August. Und da die jeweils 40.000 Euro für die Gesamtsieger der 32 Disziplinen auch ausgezahlt werden, wenn man nicht an allen Sportfesten teilnimmt, steigen die Stars erst später ein. Aus Deutschland reisen nur die drei Stabhochspringer Malte Mohr, Fabian Schulze, Tim Lobinger sowie Speerwurf-Vizeeuropameister Matthias de Zordo an. Die Leistungen des Quartetts sind für die deutschen Fernsehzuschauer nur gegen Geld zu sehen. Rechteinhaber Sport 1 zeigt die beiden ersten Meetings in Doha und Shanghai nur auf seinem kostenpflichtigen HD-Kanal Sport1+. Die anderen zwölf werden als Zusammenfassung oder Live-Übertragung auf Sport 1 gezeigt.

Günther Lohre, Vize-Präsident Leistungssport beim Deutschen Leichtathletik-Verband, sieht diese Situation nicht als Gefährdung für die olympische Sportart an. Denn:

"Wir haben ja in diesem Jahr eine relativ gute Vereinbarung getroffen mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen für die deutsche Leichtathletik, die Weltmeisterschaften, die Deutschen Meisterschaften, das ISTAF und hoffentlich der Team Europacup werden gezeigt."

Ansonsten sind Meetings nur auf dem Spartenkanal Eurosport zu sehen. Für ARD und ZDF sowie die Privatsender aus der ProSiebenSat1-Gruppe oder RTL ist die Leichtathletik nur schwer in das Programm zu integrieren. Das hat zwei Gründe, erklärt Günther Lohre:

"Zum einem hat die Leichtathletik hohe Produktionskosten. der Produktionsaufwand an Kameras, an Übertragungstechnik, der ist einfach immens. Und das zweite ist, das wir in unserem Terminkalender von dem Wettkampfkalender her einfach nicht regelmäßig präsent sind und auch nicht präsent sein können, zumindest noch nicht wie andere Sportarten, die Ligenbetriebe haben. Oder die sich, wie die Wintersportler, zusammentun um die Weltcups in der fußballlosen Zeit durchzuziehen."

Deshalb ist die Leichtathletik nur bei Olympia und Weltmeisterschaften einer größeren Öffentlichkeit präsent.

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