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StartseiteWirtschaft und GesellschaftKultobjekt in Hosenform zurück an der Börse21.03.2019

Levi's JeansKultobjekt in Hosenform zurück an der Börse

Ob David Bowie, Neil Diamond oder Lana del Rey, alle drei und noch viel mehr haben die Blue Jeans schon besungen. Seit heute wird das Kultobjekt in Hosenform nach beinahe 35 Jahren wieder auf dem Aktienmarkt gehandelt. Levi's kehrt zurück an die Börse. Nicht alle sind von der Idee überzeugt.

Von Georg Schwarte

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Die Rückseite einer Levi's Jeans mit Gesäßtasche (Norbert Schmidt / imago )
Jetzt auch wieder Handelsobjekt an der Börse (Norbert Schmidt / imago )
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Die New Yorker Wall Street heute "stone washed" ganz in Jeans. Buchstäblich. Für den heutigen Börsengang der Kultmarke Levis hat die Börse sogar extra ihre Kleiderordnung geändert. Aus "no Jeans allowed" wird heute "Jeans ausdrücklich gewünscht". Die 300 Händler dürfen Blue Jeans tragen.

501 - der Klassiker soll's richten

Der CEO von Levi Strauss, der die Börsenglocke läutete, sowieso. Am besten den Klassiker, die 501. So wie einst James Dean oder auch Barack Obama. Die 501 Jeans von Levi's. Ein Klassiker - als Hose. Ab heute will der Kulthosenhersteller vom bayerischen Gründervater Levi Strauss, der die Firma vor 166 Jahren aus der Taufe hob, wieder zum Klassiker an der New Yorker Börse werden. Der Produzent der Kultmarke Levi's, der Konzern Levi Strauss, kehrt zurück an die Wall Street. Ausgabepreis der Aktie: 17 US-Dollar - etwas höher als die ursprünglich angesetzte Spanne zwischen 14 und 16 Dollar.

Einmal Rolle rückwärts

Seit vergangenem Jahr schon wurde darüber gemunkelt, dass Levi's zurückkehren könnte. 1984 nämlich, vor fast 35 Jahren, hatten die Erben des Firmengründers Levi Strauss das damals börsennotierte Unternehmen wieder privatisiert und bis zum heutigen Tag ist der Jeanshersteller im Besitz der Familie. Den Börsengang begleiteten unter anderem die New Yorker Traditionsbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan Chase. Erwartete Einnahmen: Rund 623 Millionen Dollar. Das vergangene Geschäftsjahr hatte die in San Francisco ansässige Firma mit einem stagnierenden Gewinn in Höhe von 280 Millionen Euro abgeschlossen, der Umsatz war dagegen um 14 Prozent auf 5,58 Milliarden Euro gestiegen. Jeans generell übrigens scheinen wieder gefragt. Der Jeansmarkt allein in den USA legte zuletzt um 2,2 Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar Umsatz zu.

Der US-Handelskonflikt betrifft auch Levis

Der Börsengang allerdings kommt zu einer Zeit, da Levi's wie auch die andere US-Traditionsmarke - der Motoradbauer Harley Davidson - massiv unter dem Handelsstreit der Regierung Trump leiden. Levi's verkaufte bisher rund 16 Prozent seiner Jeans innerhalb der EU. Die hat als Antwort auf die Strafzölle der USA gerade 25 Prozent Strafzölle auf Levi's-Jeans erlassen. Eigentlich nicht die allerbeste Voraussetzung, um heute Investoren davon zu überzeugen, dass der Jeansklassiker als Kultmarke weltweit Zukunft hat. Das Börsenkürzel immerhin klingt nach Kult. Die Jeans als Aktie wird ab jetzt unter dem Namen LEVI gehandelt.

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