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StartseiteVerbrauchertippZweites Leben für alte Rechner14.01.2020

Linux statt WindowsZweites Leben für alte Rechner

Wer noch Windows 7 auf seinem Computer hat, sollte jetzt aktiv werden: Der Hersteller Microsoft stellt die Unterstützung mit Sicherheitsupdate dafür heute offiziell ein. Umsteigen kann man etwa auf Windows 10 - oder auf das nichtkommerzielle Betriebssystem Linux, wie es Thoralf Schilde probiert hat.

Von Stefan Römermann

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Microsoft Windows 7 Präsentation auf der Entertainment Area der Gamescom (imageBROKER/ Jochen Tack)
Mitte Januar ist Schluss, dann wird es keine Windows-7-Updates mehr geben (imageBROKER/ Jochen Tack)
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Auf dem Wohnzimmertisch von Thoralf Schilde in Machern bei Leipzig liegt ein alter Laptop. Das Gerät ist wohl schon sieben, acht Jahre alt. Ursprünglich lief darauf Windows 7. Doch weil es dafür ab heute keine Sicherheitsupdates mehr gibt, bekommt es jetzt mit Linux ein neues Betriebssystem.

Welche Windows-Version läuft auf Ihrem Rechner? Drücken Sie die Windows- und Pausetaste gleichzeitig. Oder suchen das Programm 'winver' auf der Festplatte und starten es, um sich die Versionsnummer anzeigen zu lassen.

"Wir starten hier jetzt einfach mal eine Installation. Und dazu stecken wir den USB-Stick dran. Starten das Gerät – und schauen, dass wir in den Bootmodus kommen…"

Ubuntu für das kostenlose Betriebssystem Linux

Auf dem USB-Stick ist das Installationspaket für Ubuntu, eine besonders benutzerfreundliche Variante des kostenlosen Betriebssystems Linux. Schilde ist schon vielen Jahre Linux-Fan und engagiert sich ehrenamtlich bei Ubuntu Deutschland, einem Verein der Werbung für das Betriebssystem machen will und interessieren Nutzern mit ausführlichen Info-Seiten und Foren im Internet Hilfe anbietet.

Dabei ist die Installation von Ubuntu ziemlich einfach gestaltet: Mit einer grafischen Benutzeroberfläche fragt das Setup-Programm, welche Daten man behalten möchte und wie Linux installiert werden soll. Der Rest geht dann erstaunlich schnell.

"So. Jetzt haben wir die Installation abgeschlossen. Wir haben es 18.09 Uhr. Also 14 Minuten, denke ich mal. Jetzt sagt er: Wir sollen neu starten, um die neue Installation zu nutzen."

Computer sofort startklar

Die wichtigsten Programme wie Internet-Browser, Mailprogramm und Textverarbeitung sind schon installiert. Der Computer kann also sofort benutzt werden.

Weil Linux vergleichsweise geringe Anforderungen an die Prozessor-Geschwindigkeit und den Speicherplatz stellt, eignet es sich besonders für älteren PCs oder Laptops, auf denen Windows 10 oft nur noch sehr langsam läuft, erklärt die junge Informatikerin Denise Arnold. Für sie sind alte Computer schlicht viel zu schade für den Elektroschrott.

"Also solange die Hardware in Ordnung ist, kann man den Rechner benutzen. Und die meisten Leute, was wollen die? Die wollen im Internet surfen. Vielleicht ein paar Dokumente schreiben, ihre Bilder vielleicht noch sichern. Und dafür muss man sich keinen neuen Rechner anschaffen."

Uralt-Rechner mit schlanken Linux-Versionen aufpeppen

Sogar Uralt-Rechner, die ursprünglich mit Windows XP oder Windows 2000 ausgeliefert wurden, lassen sich so häufig noch wiederbeleben. Dafür gibt es besonders schlanke Linux-Versionen wie Lubuntu, Ubuntu Mate, oder Linux Mint Xfce.

Ist das Betriebssystem erst einmal fertig installiert – kommen in der Regel auch Computerlaien nach kurzer Umgewöhnung mit Linux zurecht. Bei der Installation selbst sollte man sich im Zweifelsfall Hilfe von einem erfahrenen Computer-Benutzer holen. Denn oft genug scheitert es schon daran, dass sich der Computer einfach nicht vom USB-Stick mit der Linux-Installation starten lässt, erzählt Informatikerin Arnold.

"Da könnte es vielleicht noch so ein paar Sachen geben, dass man eine falsche Anleitung hat, die ein bisschen anders funktioniert. Oder dass eben manche Hersteller so Sicherheitsvorkehrungen einbauen, damit man erst gar nicht von einem USB-Stick ein Betriebssystem starten kann. Dass man erst in das Boot-Menü muss und da ein paar Einstellungen vornehmen muss."

Lösungen einfach über Suchmaschine finden

Aber auch in solchen Fällen ist die Hilfe oft nur ein paar Mausklicks entfernt: Oft reicht eine Internet-Suche nach den Stichwörtern "Linux" oder "Ubuntu-Installation" – zusammen mit dem genauen Typ des jeweiligen Rechners.

Übrigens: Wer sich noch nicht ganz von seinem vertrauten Windows trennen möchte, kann Linux auch erst ausprobieren und zusätzlich auf seinem Rechner installieren. Dann fragt ein kleines Boot-Menü nach dem Einschalten, ob der Computer mit Windows oder Linux starten soll.

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