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StartseiteNachrichten vertieftLügen-Kampagne gegen die Bundeswehr16.02.2017

LitauenLügen-Kampagne gegen die Bundeswehr

Gegen Bundeswehr-Soldaten in Litauen sind laut Verteidigungsministerium gezielt Falschinformationen über eine angebliche Vergewaltigung in Umlauf gebracht worden. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Nato-Kreise berichtet, wurde die Kampagne offenbar von Russland gesteuert.

Oberstleutnant Christoph Huber (l), Kommandeur des von der Bundeswehr angeführten Nato-Bataillons in Litauen, begrüßt die ankommenden deutschen Soldaten am 01.02.2017 vor einer Transall-Transportmaschine in Kaunas, Litauen. (picture alliance/dpa - Alexander Welscher)
Seit einigen Wochen sind deutsche Soldaten in Litauen stationiert. (picture alliance/dpa - Alexander Welscher)
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Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, vor einigen Tagen seien E-Mails an Politiker und Medien verschickt worden, in denen von der Vergewaltigung einer minderjährigen Litauerin durch deutsche Soldaten die Rede gewesen sei. Zu Details oder möglichen Urhebern wollte er sich nicht äußern.

"Der Spiegel" berichtete zuvor unter Berufung auf Nato-Diplomaten, es handele sich um eine gezielte Provokation Russlands, um die Bundeswehr und die Nato zu diskreditieren.

Litauische Regierung dementierte den Vorfall

Laut Verteidigungsministerium ging am 14. Februar eine Mail beim litauischen Parlamentspräsidenten und bei den Medien ein, in der es hieß, deutsche Soldaten in Uniform hätten am 9. Februar in der Ortschaft Jonava eine junge Litauerin vergewaltigt. Einige litauische Medien griffen die angebliche Nachricht laut "Spiegel" auf, die litauische Regierung dementierte den Vorfall jedoch. Die Polizei in Litauen leitete nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Untersuchung wegen bewusst falscher Angaben ein.

Die Bundeswehr ist seit einigen Wochen mit 450 Soldaten 100 Kilometer von der russischen Grenze, um im Rahmen der Nato Macht zu demonstrieren. Insgesamt werden 1.000 Nato-Soldaten in Litauen stationiert, ebenso in Polen, Estland und Lettland.

Erinnerung an "Fall Lisa"

Diese Verbreitung von offenbar falschen Informationen erinnert an einen Fall im vergangenen Jahr, als russische Medien tagelang über eine angebliche Vergewaltigung einer 13-jährigen Russlanddeutschen durch Flüchtlinge in Berlin berichtet hatten. Die Gerüchte verbreiteten sich im Netz und in russischen Medien. Später stellte sich der Bericht als frei erfunden heraus.

Es sei gerade in diesen Zeiten sehr wichtig, Fakten zu checken, kommentierte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Rande eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Es habe bereits mehrere Versuche der Desinformation gegen die Nato gegeben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz wirft Russland schon länger vor, in Deutschland Propaganda- und Desinformationskampagnen über staatliche und soziale Medien zu betreiben. Ziel sei eine Verunsicherung der deutschen Gesellschaft sowie die Schwächung und Destabilisierung der Bundesrepublik - auch mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst.

(vic/nin)

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