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StartseiteKultur heuteSuche nach Schwebezuständen20.01.2019

Literaturfestival "Poetica" Suche nach Schwebezuständen

Schreiben im Rausch und berauscht vom Schreiben: die fünfte Ausgabe der "Poetica" widmet sich der Extase. Die Literatur lebe vom Überschuss, sagte Kurator Aris Fioretos im Dlf - für ihn ein Grund zum Feiern.

Aris Fioretos im Gespräch mit Anja Reinhardt

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(picture alliance / dpa / Georg Wendt)
Der schwedische Schriftsteller und Übersetzer Aris Fioretos kuratiert die diesjährige "Poetica" (picture alliance / dpa / Georg Wendt)
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"Gedichte, die von Wassertrinkern geschrieben wurden, können nicht lange Gefallen erregen", wusste schon der römische Dichter Horaz. Der Rausch hat in der Literatur nicht nur als Sujet, sondern auch ganz konkret als "Schreibhilfe" einen festen Platz. Jetzt nimmt sich auch die "Poetica" des Themas an: Am Montag beginnt die fünfte Ausgabe des Kölner Festivals für Weltliteratur. Zu Gast sind in diesem Jahr unter anderem der rumänische Schriftsteller Mircea Cărtărescu, die Südkoreanerin Mara Lee, Marion Poschmann und Christian Kracht.

Die Schwerkraft überwinden

Kurator des Festivals ist in diesem Jahr der schwedische Schriftsteller Aris Fioretos, Autor von Romanen wie "Die Seelensucherin", "Der letzte Grieche" oder "Mary". Im Deutschlandfunk beschrieb er den Rausch als vorrübergehenden Zustand, zu dem man immer wieder zurück möchte. Der Rausch könne dabei durch vieles ausgelöst werden: nicht nur durch Drogen, sondern auch durch Zustände wie etwa das Verliebtsein. Viele Gedichte handelten von Rauschzuständen, sagte Fioretos. Dennoch bezweifelt er, dass sie auch im Rausch geschrieben worden sind: "Ich glaube, oft funktioniert Literatur umgekehrt, als eine Art von Verwaltung eines bereits erlebten Rauschzustandes."

Ihn interessiere die Frage, wie in der Literatur die Schwerkraft überwunden werden kann, so Fioretos weiter. Dieser Frage wolle die diesjährige "Poetica" nachgehen: "Ich glaube, die Eingeladenen werden sehr unterschiedlich darauf antworten", versprach der Schriftsteller im Deutschlandfunk.

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