Sonntag, 14. August 2022

Kompromiss zur Flächenstilllegung
Lob und Kritik an Özdemirs Entscheidung

Der Deutsche Bauernverband hat den Kompromiss-Vorschlag von Agrarminister Özdemir zur Ackerflächen-Stilllegung begrüßt. Der Interessensverband sprach von einer Entscheidung "in letzter Minute". Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace hingegen warf dem Grünen-Politiker vor, dem Druck der Agrarlobby nachgegeben zu haben.

07.08.2022

    Ein Getreidefeld
    Bauern sollen vorübergehend mehr Getreide anbauen dürfen. (Jan-Martin Altgeld )
    Die Deutsche Umwelthilfe beklagte eine "Torpedierung des Artenschutzes". Zustimmung kam dagegen aus Bundesländern sowie vom Koalitionspartner FDP. Landwirte in Deutschland können wegen der angespannten Situation auf den internationalen Agrarmärkten infolge des Ukraine-Kriegs im kommenden Jahr mehr Flächen zum Getreideanbau nutzen. Dazu sollen die EU-Neuregelungen zu Flächenstilllegung und Fruchtwechsel einmalig ausgesetzt werden. Die geplanten zusätzlichen Artenschutzflächen sollen erst 2024 eingeführt werden.
    Hintergrund sind eigentlich bereits ab kommendem Jahr greifende EU-Vorgaben, wonach ein Teil der Landwirtschaftsflächen dem Artenschutz dienen und zudem der Anbau derselben Ackerpflanze zwei Jahre in Folge auf derselben Fläche zum Bodenschutz grundsätzlich nicht mehr möglich sein soll. Die Umsetzung der Vorgaben hatte Brüssel aber den jeweiligen EU-Staaten überlassen. Özdemir hatte sich lange gegen eine Anpassung ausgesprochen.
    Diese Nachricht wurde am 07.08.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.