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StartseiteVerbrauchertippWenn das Internet schlecht ausgebaut ist19.08.2019

LTE auf dem LandWenn das Internet schlecht ausgebaut ist

Wer die großen Städte verlässt, merkt schnell: LTE-Empfang gibt es längst nicht überall. Trotzdem preisen Mobilfunk-Anbieter LTE auch als Alternative für ländliche Regionen an, in denen es immer noch kein schnelles Internet gibt. Doch wann lohnt sich das LTE für Zuhause wirklich?

Von Stefan Römermann

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Eine junge Frau nutzt in einer Wohnung in Hamburg einen Instant-Messaging-Dienst auf ihrem Smartphone.   (Christin Klose/dpa/picture alliance )
LTE-Zuhause-Tarife kann man nur Zuhause nutzen (Christin Klose/dpa/picture alliance )
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Immerhin: Im kleinen Frotheim in Ostwestfalen gibt es DSL-Internet-Anschlüsse. Das Problem ist nur: Sie sind extrem langsam, erzählt Bernd, der seit 2009 in dem Dorf wohnt.

"Was man vergessen konnte war: YouTube-Filme gucken, große Downloads machen und eine E-Mail verschicken mit einem größeren Anhang, ein paar Fotos drin oder so, so gut wie nicht möglich. Das war also schon sehr schlapp."

Inzwischen ist aber auch in Bernds Haus schnelles Internet eingezogen. Allerdings nicht als DSL-Anschluss über das Telefonkabel sondern über den schnellen Mobilfunkstandard LTE.

"Jetzt sind wir hier gerade auf dem Dachboden und gehen hier Richtung Giebelspitze – und da oben kann man die LTE-Antenne sehen."

"Enthaltenes Datenvolumen ist meist eher gering"

Die LTE-Antenne ist direkt auf einen Mobilfunkmasten in der Nähe gerichtet und mit einem langen Kabel mit dem passenden LTE-Router verbunden. Und der funktioniert im Prinzip genauso wie ein WLAN-Router am DSL-Anschluss: Er stellt also die Verbindung mit dem Internet her – benutzt dafür aber statt der Telefonleitung das Mobilfunk-Netz. Laptops, PCs oder Smartphones können dann ganz einfach per drahtlosem WLAN-Funknetzwerk mit dem Router verbunden werden und sich die LTE-Verbindung teilen.

Die externe Antenne unter dem Dach sorgt dafür, dass die Internet-Verbindung besonders stabil ist, auch wenn der Funkmast ein paar Kilometer weit weg steht. Ist der Mast in der Nähe reichen in der Regel sogar die kleinen Stummel-Antennen direkt am Router für die Verbindung.

Theoretisch lässt sich mit einem LTE-Router jeder beliebige Smartphone- oder Daten-Mobilfunktarif nutzen. Allerdings ist bei solchen Angeboten das enthaltene Datenvolumen meist eher gering und würde oft schon beim Anschauen von ein paar Internet-Videos aufgebraucht.

Sinnvoller sind deshalb so genannte "LTE-Zuhause"-Tarife. Die kosten meist um die 40 EUR pro Monat. Sie sind also etwas teurer als typische Smartphone-Tarife. Im Gegenzug bieten sie aber deutlich mehr Datenvolumen - meist mindestens 40 Gigabyte – oft sogar deutlich mehr, erklärt Arne Düsterhöft vom Verbraucherportal Finanztip.

"Dafür hat der LTE-Zuhause-Tarif natürlich seine Limitierungen: Ich kann ihn nur zu Hause benutzen."

Hybrid-Tarif kann sich für Verbraucher lohnen

Ein Sonderfall ist der sogenannte Hybrid-Tarif der Telekom. Er ist eine Art Kombination aus dem oft extrem langsamen DSL-Anschluss über die Telefonleitung und einem schnellen LTE-Tarif. Dafür wird der LTE-Router dann zusätzlich noch mit dem Telefonanschluss im Haus verbunden, erklärt Finanztip-Experte Düsterhöft.

"Immer wenn die Daten schneller durch die Leitung kommen müssten, schaltet der Router die Antenne an und funkt im LTE-Netz und ergänzt so die Kupferleitung mit dem Handynetz."

Technisch bringt das zwar in der Regel keinen großen Geschwindigkeitsgewinn. Trotzdem kann sich der Hybrid-Tarif für Verbraucher lohnen.

"Weil es der einzige ist, der von der Datenmenge nicht limitiert ist. Und er ist noch relativ günstig im Vergleich zu LTE-zu-Hause-Tarifen, die allein über das Handynetz funktionieren."

Wer nur gelegentlich schnelles Internet braucht, beispielsweise in der Gartenlaube oder auf dem Campingplatz, kann aber auch noch deutlich günstigere LTE-Tarife finden. Die lassen sich dann teilweise sogar monats- oder tageweise buchen und müssen nicht durchgehend bezahlt werden.

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