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StartseiteSternzeitDie Frau mit den Krim-Asteroiden13.06.2020

Ludmilla Tschernik vor 85 Jahren geborenDie Frau mit den Krim-Asteroiden

Vor 85 Jahren kam in Shuya östlich von Moskau Ludmilla Tschernik zur Welt. Nach ihrem Studium in Irkutsk arbeitete sie für vier Jahre im dortigen Zeit- und Frequenzlabor. Sie führte astrometrische Beobachtungen zur exakten Zeitbestimmung durch.

Von Dirk Lorenzen

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Ludmilla Tschernik hat sich vor allem mit  Asteroiden beschäftigt, Objekten aus Gestein und Metall im Sonnensystem (NASA)
Ludmilla Tschernik hat sich vor allem mit Asteroiden beschäftigt, Objekten aus Gestein und Metall im Sonnensystem (NASA)

1964, mit 29 Jahren, wechselte Ludmilla Tschernik an die Russische Akademie der Wissenschaften. Sie war Jahrzehnte an der Sternwarte der Akademie auf der Krimhalbinsel tätig.

Dort nutzte sie oft das Babelsberg-Teleskop, ein Spiegelfernrohr mit 1,2 Metern Durchmesser. Es war nach dem Krieg als Reparationsleistung in Potsdam-Babelsberg demontiert und auf die Krim gebracht worden.

Ludmilla Tschernik hat gemeinsam mit ihrem Mann intensiv den Himmel beobachtet und dabei 267 Asteroiden entdeckt.

Ceres, der größte Asteroid, wurde im Jahr 1801 in Palermo entdeckt  (NASA)Ceres, der größte Asteroid, wurde im Jahr 1801 in Palermo entdeckt (NASA)

Einige tragen bemerkenswerte Namen: So gehen die Asteroiden Gagarin und Korolev auf sie zurück – als Erinnerung an den ersten Menschen im All und an den genialen russischen Raketenkonstrukteur.

Auch ein Asteroid BAM kreist nun um die Sonne – nach der Eisenbahnstrecke Baikal-Amur-Magistrale benannt, sicher eine Erinnerung an ihre Zeit in Irkutsk.

Ludmilla Tschernik hat Karl Marx ebenso an den Himmel gesetzt wie Palermo. Das ist der Asteroid mit der Nummer 10001, was auf den Asteroiden Nummer 1 Ceres anspielt, der in Palermo entdeckt wurde.

Die große Asteroidenjägerin Ludmilla Tschernik ist 2018 im Alter von 83 Jahren gestorben. An sie und ihren 14 Jahre zuvor verstorbenen Mann erinnert der Asteroid Tschernik.

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