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StartseiteKonzertdokument der WocheArmenische Melancholie06.08.2017

Ludwigsburger Schlossfestspiele 2017Armenische Melancholie

Der Katalane Jordi Savall, einer der berühmtesten Repräsentanten der Alte-Musik-Szene, arbeitet schon seit Langem mit armenischen Musikern zusammen. Die Stücke, die er zusammen mit seinem Ensemble Hespèrion XXI wieder aufleben lässt, beeindrucken durch "erschütternde Schönheit und Geistigkeit".

Das Kloster Chor Virap ("tiefes Verlies") fotografiert am 27.06.2014 in Armenien. Das Kloster hat für die Armenier eine besondere Bedeutung. Als die endgültige Grenze zwischen der Türkei und der Sowjetunion (der Armenischen SSR) gezogen wurde, wurde der Berg Ararat, das Nationalsymbol der Armenier, der Türkei zugeschlagen und Chor Virap wurde zur nächstgelegenen Stelle auf armenischem Gebiet. Foto: Jens Kalaene | Verwendung weltweit (dpa-Zentralbild)
Das Kloster Virap mit dem Berg Ararat im Hintergrund (dpa-Zentralbild)
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Festival Styriarte

Den Duduk, das armenische Nationalinstrument, fand Jordi Savall für bestimmte Mittelalter-Projekte besonders gut geeignet. Nachdem ihm dessen tiefer, samtener Klang nach dem Tod seiner Frau Montserrat Figueras viel Trost gespendet hatte, begann Savall sich intensiver mit der Musik der Armenier zu befassen. Aus dem ursprünglichen Projekt ist inzwischen ein Konzertprogramm geworden, in dem die Musiker seines Ensembles Hèsperion XXI in der Minderheit sind.

Der Gambist Jordi Savall und der armenische Duduk-Spieler Haïg Sarikouyoumdjian beim Styriarte Konzert 2015. ( ©Werner Kmetitsch. Styriarte 2015)Jordi Savall und Haïg Sarikouyoumdjian ( ©Werner Kmetitsch. Styriarte 2015)

Neben dem orientalischen Gesang von Aram Movsisyan prägten in Ludwigsburg die Rohrblattflöte Duduk, das Streichinstrument Kamantsche und die Kastenzither Kanun den Klang des Ensembles. Dennoch bestimmten vor allem Jordi Savalls Ideen den Auftritt bei den Schlossfestspielen. Er traf eine Auswahl aus der umfangreichen Sammlung traditioneller Lieder des Priesters Komitas und aus Werken armenischer Komponisten des 19. Jahrhunderts, wobei melancholische Klagen und Oden dominieren.

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