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StartseiteWirtschaft und GesellschaftFlugbegleiter wollen für 48 Stunden streiken04.11.2019

LufthansaFlugbegleiter wollen für 48 Stunden streiken

Der Dauerstreit zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Ufo geht in eine neue Runde. Donnerstag und Freitag sollen die Flugbegleiter ihre Arbeit bei der Lufthansa niederlegen. Der Flugkonzern bereitet schon einen Sonderflugplan vor und will den Streik noch stoppen - mit juristischen Mitteln.

Von Brigitte Scholtes

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Ein Button mit der Aufschrift "UFO. Streik" ist auf der Uniform eine Flugbegleiterin zu sehen. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
Eine streikende Flugbegleiterin der Lufthansa (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
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Nicht der Streik an sich ist die Neuigkeit, nur die Details: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat ihre Mitglieder aufgerufen, 48 Stunden lang - von Donnerstag 0 Uhr bis Freitag um Mitternacht - bei der Kernlinie Lufthansa in den Ausstand zu treten. In einer Urabstimmung hatten ihre Mitglieder sich mit großer Mehrheit für einen Streik bei allen deutschen Lufthansa-Betrieben ausgesprochen. Lufthansa habe dieser Aufruf schon inoffiziell seit Freitagnachmittag vorgelegen, der Konzern habe aber nicht reagiert, sagte der stellvertretende Ufo-Chef Daniel Flohr in einer Video-Botschaft:

"Weil auch unsere Forderungen nach wie vor unerfüllt sind, sehen wir keinen anderen Weg, als zu weiteren Arbeitskämpfen aufzurufen."

Die Lufthansa reagiert mit aller Schärfe

Der Ball liege nun wieder im Spielfeld der Lufthansa, sagte Flohr. Die aber zeigt sich wenig kompromissbereit. Konzernsprecher Martin Leutke:

"Wir verurteilen den massiven Streikaufruf der Ufo, und zwar auf das Schärfste, wir werden auch rechtliche Schritte prüfen, um den Streik noch zu verhindern. Aber klar geht es jetzt in erster Linie einmal darum, uns bei allen Passagieren, die betroffen sind von diesem Streikaufruf zu entschuldigen. Und selbstverständlich arbeiten wir im Moment mit Hochdruck daran, einen Sonderflugplan zu erstellen für Donnerstag und Freitag, damit Klarheit herrscht für die Passagiere, ob ihr Flug stattfinden kann oder nicht."

Die Wurzeln des Konflikts

Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Streit darüber, ob der Vorstand der Flugbegleitergewerkschaft rechtmäßig im Amt ist. Nach gewerkschaftsinternen Auseinandersetzungen waren von sieben nur zwei Vorstandsmitglieder übriggeblieben, die nach Ansicht von Ufo rechtmäßig im Amt sind. Auf einer Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag war dieser Rumpfvorstand mit großer Mehrheit bestätigt worden. Die Wahl eines neuen Vorstands ist erst für den 14. Februar vorgesehen. Solange sieht Lufthansa Ufo jedoch nicht als vertretungsberechtigte Gewerkschaft an und will dies beim Landesarbeitsgericht endgültig klären lassen. Eine Entscheidung dazu fällt aber erst im April. Lufthansa-Sprecher Leutke:

"Fakt ist einfach, dass im Moment aufgrund von zahlreichen Unklarheiten und ganz vielen offenen Fragen die Vertretungsbefugnis des Ufo-Vorstands nicht zweifelsfrei geklärt ist. Daran hat sich nichts geändert, auch durch die vergangenen Tage nicht. Deshalb können wir erst nachdem die Vertretungsbefugnis klar geregelt ist in Gespräche, in Verhandlungen treten. Aber im Vorfeld solcher Verhandlungen kann man natürlich Sondierungsgespräche beginnen, um solche Fragen schon einmal anzusprechen. Und genau das haben wir der Ufo angeboten."

Passagiere müssen sich auf Flugausfälle einrichten

In diesen Sondierungsgesprächen könnte man dann auch über die Tarifforderungen der Spartengewerkschaft sprechen. Die sind für die fünf Lufthansa-Gesellschaften unterschiedlich - von höheren Entgelten über betriebliche Altersvorsorge bis hin zu Teilzeitregelungen.  

Bei dem Warnstreik vor zwei Wochen waren nach Lufthansa-Angaben 100 Flüge ausgefallen, Ufo nannte damals die doppelte Zahl. Einen Sonderflugplan für den Warnstreik hatte Lufthansa da nicht für nötig erachtet. Das ist jetzt anders. Zumal Daniel Flohr von Ufo warnt:

"Wie auch bei der letzter Warnstreikwelle werden jederzeit Streiks ausgeweitet werden können. Machen Sie sich, macht ihr euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte darauf gefasst."

Die Passagiere müssen sich also womöglich auf noch weitere Flugausfälle einrichten.

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