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StartseiteSport am WochenendeNervosität im Olympia-Gastgeberland22.02.2020

Lungenkrankheit Covid-19 in JapanNervosität im Olympia-Gastgeberland

In Japan steigt die Zahl der Covid-19-Fälle - auch außerhalb des Kreuzfahrtschiffs Diamond Princess. Die Regierung empfiehlt nun, Massenveranstaltungen zu meiden. Was bedeutet das für Olympia? Erste unabhängige Experten kritisieren die mangelnde Strategie Japans, berichtet Journalist Felix Lill.

Felix Lill im Gespräch mit Maximilian Rieger

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16.01.2020, Japan, Tokio: Quarantine officers conduct body temperature check for passengers at the quarantine station of the international terminal at Tokyo International Airport at Haneda in Tokyo, Japan, Thursday, Jan. 16, 2020. The Japanese health ministry said Thursday it has confirmed the first case of infection in the country from a new type of coronavirus that led to an outbreak of viral pneumonia in the Chinese city of Wuhan. (Jiji Press/Aya Yoshida) Foto: Aya Yoshida/Jiji Press/dpa | (Jiji Press)
Mitte Januar meldete Japan den ersten Fall des neuen Coronavirus. (Jiji Press)
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Fast 80.000 Menschen sind weltweit mit dem neuartigen Coronavirus infiziert - auch auf Japans Hauptinseln ist die Krankheit angekommen. Inzwischen gibt mehr als 130 gemeldete Fälle in Japan. "Diese Fälle sind in Japan in alle Himmelsrichtungen verstreut", berichtet der freie Journalist Felix Lill. Hinzu kommen noch mehr als 600 Infizierte auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess, dass sich im Hafen von Yokohama unter Quarantäne befindet.

Die Angst vor Ansteckung im Olympia-Gastgeberland ist groß - deshalb weiten sich die Vorsichtsmaßnahmen inzwischen auch auf den Sport aus: Sowohl der Marathon in Tokio als auch in der Stadt Nagoya wurden extrem verkleinert und allein auf Profisportler reduziert. 

Durch die weitere Verbreitung des Coronavirus habe auch die Regierung ihre Empfehlungen anpassen müssen: "Es ist eine neue Empfehlung der Regierung, dass Massenveranstaltungen zum Beispiel gemieden werden." Aus Sicht Felix Lills zielt diese Empfehlung auch auf die Olympischen Sommerspiele (24. Juli - 09. Augist 2020) ab, "die ja die ultimative Massenveranstaltung sind". Wenn sich die Lage bis dahin nicht verbessere, müsse man genau diese Veranstaltung meiden, so Lill. "Die Regierung und die Organisatoren wollen davon natürlich überhaupt nichts wissen."

Massenveranstaltungen sollen gemieden werden - und Olympia?

Fünf Monate vor den Olympischen Sommerspielen in Tokio halten sowohl das Internationale Olympische Komitee (IOC) als auch das lokale Organisationskomitee daran fest: Die Spiele finden wie geplant statt. Auf Anfrage Felix Lills habe ihm das Organisationskomitee mitgeteilt "dass eine Verschiebung oder Absage von Olympia nie zur Debatte gestanden hat."

Dennoch, so berichtet Lill, wurde ein Olympia-Vorbereitungstreffen für Freiwillige am Wochenende als Vorsichtsmaßnahme abgesagt, auch ein ursprünglich mit internationalen Athlet*innen geplantes paralympisches Testevent finde nun allein mit japanischen Sportler statt. 

Unabhängige Experten in Japan hätten aber inzwischen Zweifel angemeldet, "dass sich die Olympischen Spiele nach derzeitigem Stand überhaupt machen ließen", berichtet Felix Lill. Sie kritisieren die fehlende effektive Strategie zur Bekämpfung des Virus. 

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