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Luxemburg und LiebknechtGysi wünscht sich breitere politische Toleranz

Der Politiker Gregor Gysi im Büro  (Imago / Christian Thiel)
Gregor Gysi (Linke) (Imago / Christian Thiel)

Anlässlich des 100. Todestages von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar hat der Linken-Politiker Gysi auf die Bedeutung der beiden Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands verwiesen.

Beide hätten für die deutsche Gesellschaft insgesamt eine wichtige Rolle gespielt, sagte Gysi im Deutschlandfunk. In Erinnerung bleibe etwa die scharfe Kritik des damaligen SPD-Mitglieds Liebknecht an der Kreditgewährung für den Ersten Weltkrieg, dem dessen Fraktion damals zugestimmt habe. Liebknecht habe früh erkannt, dass der Krieg ein Fehler sei. Mit Verweis auf die Beteiligung der Bundeswehr am Krieg in Afghanistan räumte Gysi ein, dass noch immer ähnliche Fragen einer Zusammenarbeit von SPD und Linken im Weg stünden. Auch Luxemburgs These, dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden sei, sei nach wie vor ein wichtiger Satz.

Wunsch nach Aufarbeitung

Gysi sprach sich dafür aus, die historische Aufspaltung der Arbeiterbewegung gemeinsam mit der SPD aufzuarbeiten. Er wünsche sich eine breitere politische Toleranz. Die Linke müsse lernen, auch herausragende konservativere Politiker zu würdigen, ebenso wie die Konservativen Liebknecht und Luxemburg ehren sollten. Trotz der unterschiedlichen Interessen innerhalb der Arbeiterbewegung könne man aber eine Zusammenarbeit anstreben, so Gysi. Ein Kompromiss könne nie in der Richtung der Schritte besehen, sondern nur in der Länge. Die Schritte müssten in die richtige Richtung gehen, könnten aber kürzer sein als zunächst gedacht.

"Eigene Haltung nicht verwässern"

Mit Blick auf aktuelle rechtspopulistische Tendenzen in Europa sagte Gysi, Liebknecht und Luxemburg wären nie bereit gewesen, den Rechtsextremen entgegen zu kommen, sie hätten vielmehr versucht, die Leute vom Gegenteil zu überzeugen. Es sei ein Fehler, die eigene Haltung in Richtung der Rechtspopulisten zu verwässern, das mache eine Partei immer unwählbarer.

Luxemburg und Liebknecht wurden am 15. Januar 1919 nur wenige Tage nach der Gründung der Kommunischen Partei Deutschlands von Freikorps-Soldaten in Berlin erschossen.

Das vollständige Interview mit Gregor Gysi hören Sie am Sonntag in der Sendung "Information und Musik" im Deutschlandfunk.