Die Nachrichten
Die Nachrichten

MagersuchtAnorexie stört auch das unbewusste Körpergefühl

Mädchen auf Waage (dpa / Oliver Killig)
Menschen mit Magersucht haben in der Regel eine gestörte Selbstwahrnehmung. (dpa / Oliver Killig)

Menschen mit Magersucht können einem Experiment zufolge die Ausmaße ihres Körpers oft nicht mehr richtig einschätzen.

Forschende aus Bochum zeigten in ihren Untersuchungen, dass das sogenannte Körperschema gestört ist: das unbewusste Körpergefühl. Dieses sorgt etwa dafür, dass man sich duckt, wenn man mit einem Hut auf dem Kopf durch eine niedrige Tür geht. Bei gesunden Menschen ist das unbewusste Körpergefühl flexibel und passt sich verschiedenen Situationen an. Die Forschenden zeigten, dass das bei magersüchtigen Menschen nicht funktioniert. In ihrem Experiment sollten 23 Patientinnen und Patienten mit Magersucht durch verschieden breite Türrahmen gehen. Dabei drehten sie sich auch bei den Rahmen seitlich weg, die breit genug für sie waren. Die gesunden Kontrollpersonen machten das nicht.

Die Forschenden halten es für möglich, dass das unbewusste Körpergefühl teilweise auf dem Stand vor der Krankheit stehen bleibt, als die Patientinnen und Patienten noch deutlich mehr Gewicht hatten. Um das Gefühl wiederzubekommen, empfehlen sie unter anderem den Einsatz von Virtual Reality.

Diese Nachricht wurde am 14.01.2021 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.