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StartseiteForschung aktuellMit Natur gegen Natur 05.10.2015

Malaria-Bekämpfer ArtemisiaMit Natur gegen Natur

Artemisia gegen den Malaria-Erreger Plasmodium - Pflanze gegen Parasit. Bei der Forschung der künftigen Medizin-Nobelpreisträgerin Youyou Tu tritt ein Stoff aus der Natur gegen einen gefährlichen Krankheitserreger an. Ein Porträt der zwei Kontrahenten.

Von Michael Lange

Mit der Pflanze kurz dem tückischen Parasiten einheizen und anschließend Pillen draus drehen. Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht. (Hans-J. Brehm)
Mit der Pflanze kurz dem tückischen Parasiten einheizen und anschließend Pillen drehen. Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht. (Hans-J. Brehm)
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In der linken Ecke – einer der schlimmsten Feinde der Menschheit. Dabei ist er winzig klein – nur unter dem Mikroskop zu sehen. Denn es ist ein einzelliger Parasit namens Plasmodium falciparum. Er dringt in die Leber ein, vermehrt sich zunächst dort und dann im Blut. Gekonnt weicht Plasmodium jedem Schlag des Immunsystems aus. Seine Erfolgsbilanz ist erschreckend. Über 100 Millionen Mal im Jahr schlägt er zu – manchmal tödlich. Überall auf der Welt verbreitete er Schrecken. Möglich ist das nur durch seine Helfer oder besser Helferinnen: Die weiblichen Stechmücken der Gattung Anopheles. Sie tragen Plasmodium von Wirt zu Wirt – und sichern so seine Weltkarriere.

Auf der anderen Seite: Artemisia annua – von seinen Fans in Deutschland Einjähriger Beifuß genannt. Unscheinbar sieht die Pflanze aus. Halt ein typischer Korbblütler mit vielen winzigen Blüten. In den gemäßigten Zonen Asiens und Osteuropas zu Hause – in Wiesen und an Wegrändern. Schon der der aromatische Duft verrät: In ihrem Innern produziert die Pflanze ein reichhaltiges Bouquet an biologischen Wirkstoffen. Darunter die die stärkste Waffe der Artemisia - sie heißt Artemisinin und hat schon viele Gegner zu Boden gestreckt. Nur diesem Stoff hat die Pflanze ihren Erfolg zu verdanken. Nur deshalb wird sie angebaut: In China, Vietnam und Ostafrika. Die Karriere als Heilmittel kann sich sehen lassen.

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