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MannheimRecherche-Netzwerk "Correctiv" setzt sich gegen "Tichys Einblick" vor Gericht durch

David Schraven im Porträt (imago / Sven Simon)
Der Journalist und Correctiv-Gründer David Schraven (imago / Sven Simon)

Das Recherche-Netzwerk "Correctiv" hat sich vor dem Landgericht Mannheim gegen eine Klage der Internetzeitung "Tichys Einblick" durchgesetzt.

Die Richter lehnten in ihrem Urteil eine Einstweilige Verfügung ab. "Correctiv" veröffentlichte das Dokument. "Correctiv"-Chef David Schraven teilte auf Facebook mit, Geschäftsführer Roland Tichy und dessen Anwalt Joachim Steinhöfel hätten "satt verloren", die Faktenchecks von "Correctiv" seien gestärkt worden. Hintergrund ist ein Streit über die Faktenchecks auf Facebook. Das Recherche-Netzwerk hatte hier einen kritischen Beitrag zu einem "Tichys Einblick"-Artikel mit dem Titel "500 Wissenschaftler erklären: 'Es gibt keinen Klimanotfall'" aus 2019 gebracht.

"Tichys Einblick" kündigte an, in Berufung zu gehen. Steinhöfel führte aus, die Praxis bei Facebook, die zum Beispiel 'Correctiv' weitreichende Befugnisse der Stigmatisierung und Diskriminierung erlaube, sei vergleichbar mit der Situation, dass ein Medium auf dem Titelblatt eines Konkurrenten einen Sticker anbringen lasse, mit dem vor der Lektüre gewarnt und dazu aufgefordert werde, stattdessen das eigene Konkurrenzmedium zu lesen.

"Tichys Einblick" bezeichnet sich selbst als liberal-konservatives Meinungsmagazin. Kritiker rücken es teilweise in den Bereich des Rechtspopulismus.