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StartseiteMathekalenderMathematik statt Schokolade01.12.2009

Mathematik statt Schokolade

Digitaler Adventskalender lockt mit Nahrung fürs Gehirn

Mathematik.- Der digitale Adventskalender des Forschungszentrums Matheon bietet Knobeleien statt Süßwaren. Heute kann dessen erstes Törchen geöffnet werden. Falk Ebert vom Forschungszentrum erklärt im Gespräch mit Ralf Krauter, welches Hintergrundwissen für die Aufgaben notwendig ist.

Wer die gestellten Aufgaben in der vorgegebenen Zeit und möglichst fehlerfrei löst, hat gute Chancen auf einen neuen Computer.  (Stock.XCHNG / Aleksandar Milosevic)
Wer die gestellten Aufgaben in der vorgegebenen Zeit und möglichst fehlerfrei löst, hat gute Chancen auf einen neuen Computer. (Stock.XCHNG / Aleksandar Milosevic)

Ralf Krauter: Schokolade ist nicht alles. Auch der Geist will vor Weihnachten trainiert sein. Und zu diesem Zweck hat das DFG-Forschungszentrum Matheon auch in diesem Jahr wieder einen digitalen Adventskalender für Rätselfreunde entwickelt. www.Mathekalender.de - so heißt die zugehörige Webseite und wer draufklickt, findet 24 Türchen, hinter denen jeweils eine kleine mathematische Knobelei wartet. Frage an Dr. Falk Ebert vom Forschungszentrum Matheon: Was muss man denn tun, um mitzurätseln?

Falk Ebert: Alles, was man dazu tun muss, ist, sich auf der Webseite zu registrieren und wenn man ein einfaches Kürzel und ein Passwort dazu festgelegt hat, reicht das vorläufig schon. Dann müsste man ab 18 Uhr natürlich zur Verfügung stehen und seinen Kopf mitbringen und sich an die Aufgabe ranmachen.

Krauter: Kopf mitbringen ist sicher ein guter Tipp. "Mathe ist mehr als rechnen", so lautet das Motto. Ich habe vorhin mal auf die Webseite geklickt. Was genau meinen Sie damit?

Ebert: Das Problem ist: Viele Leute, die in die Uni kommen und direkt aus der Schule kommen, die haben das Verständnis, dass sie jetzt in Mathematik mehr oder weniger alles verstanden haben, weil sie die ganzen Grundrechenarten und noch ein bisschen mehr dazu drauf haben. Aber rechnen ist eigentlich nur ein Hilfsmittel in der Mathematik. Das Schöne an Mathematik ist eigentlich, dass man seinen Kopf dafür einsetzen kann. Und das kommt beim sturen Rechnen häufig viel zu kurz.

Krauter: Die Aufgaben sind auch so gestellt, dass es eben nicht ums Anwenden der Grundrechenarten geht, sondern ums Anwenden des eigenen Kopfes. Sagen Sie trotzdem noch einmal: Welche Voraussetzungen sollte man denn mitbringen? Hat man ohne Vordiplom in Mathe überhaupt eine Chance, da eine der Aufgaben zu lösen?

Ebert: Bei uns in den Spielregeln steht drin, dass man mit dem Wissen der zehnten bis elften Klasse durchaus gut durch die Aufgaben durchkommen sollte. Das ist teilweise durchaus viel zu hoch gegriffen. Im Prinzip reicht es, wenn man ein bisschen Spaß am Denken hat, dann kommt man durch viele der Aufgaben problemlos durch. Es gibt natürlich immer wieder ein paar, die durchaus etwas knackiger sind. Da hilft es, wenn man höheres mathematisches Wissen hat, aber das ist immer noch nicht Grundvoraussetzung.

Krauter: Das heißt aber, dass Sie als Mathematiker alle Aufgaben aus dem Effeff lösen konnten, in der vorgegebenen Zeit?

Ebert: Die vorgegebene Zeit von sechs Stunden, die hab ich mir teilweise gar nicht dafür genommen. Ich könnte es vielleicht, müsste mich dann aber auch immer wieder in die Sachen reindenken. Das heißt, ich kann nicht alles direkt aus der Hand schütteln. Viele von den Sachen sind nicht mein Fachgebiet, aber mit ein bisschen Denken und Grübeln ist das alles machbar.

Krauter: Wie genau funktioniert das mit der Wertung? Es gibt ja etwas zu gewinnen, der Hauptpreis ist ein Laptop. Man muss wahrscheinlich alle Fragen richtig beantworten und das möglichst schnell. Kann man das so einfach sagen?

Ebert: Das wäre auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, um sich den Laptop zu sichern. Wir haben üblicherweise mehrere Tausend Teilnehmer und unter denen finden sich normalerweise immer wenigstens zehn bis 20, die alle 24 Aufgaben richtig lösen und das auch noch recht schnell tun. Schnell bedeutet in dem Fall: Um 18 Uhr werden die Aufgaben freigeschaltet und man hat bis Mitternacht Zeit, sie zu lösen. Alles was nach Mitternacht abgegeben wird, bekommt einen sogenannten Zeitmalus. Und diese zehn bis 20 Leute, die ich erwähnt habe, die haben üblicherweise keinen Zeitmalus und 24 Aufgaben richtig gelöst. Das heißt, wenn man das hat, hat man eine gute Chance auf einen neuen Computer.

Krauter: Das läuft ja jetzt im siebten Jahr dieses Mal schon, dieser digitale Mathe-Adventskalender des Matheon. Haben Sie im Bild, wie der klassische Teilnehmer aussieht?

Ebert: Ich glaube, es gibt gar keinen richtig klassischen Teilnehmer. Das, was man vielleicht im Hinterkopf hat, von dem verschrobenen Mathematiker in seinem Elfenbeinturm oder dem entsprechenden bleichen, bebrillten Schüler, das stimmt nicht. Das sieht man jedes Jahr bei den Preisverleihungen wieder. Es sind ganz normale aufgeweckte Schüler, Jungen wie Mädchen gleichermaßen. Das teilt sich recht gut auf. Und man könnte ja auch irgendjemanden von denen im Klavierunterricht wiederfinden.

Krauter: Mathe und Musik, da gibt es ja auch viele Parallelen. Das überrascht eigentlich gar nicht. Sagen Sie uns zum Abschluss, Herr Dr. Ebert, noch ein Beispiel, vielleicht als kleinen Appetithappen für unsere Hörer. Wir können jetzt natürlich keine Frage vorweg nehmen, aber gegen Sie uns mal einen Tipp: welche Art von Fragen? Auf was muss man da gefasst sein?

Ebert: Da erwischen Sie mich natürlich jetzt an einer gefährlichen Seite. Alles was ich Ihnen jetzt erzählen könnte, könnte ja Hinweise geben. Aber soweit ich weiß, gibt es ja auch im Deutschlandfunk drei Aufgaben an den Adventssonntagen, die mehr oder weniger als Vorgeschmack für den großen Adventskalender dienen könnten.

Krauter: Dr. Falk Ebert war das. Und sein Hinweis ist natürlich völlig korrekt: Auch auf der Deutschlandfunk-Webseite gibt’s an den kommenden drei Adventssonntagen Matherätsel zu knacken und einen Ipod Nano als Sonderpreis zu gewinnen. Also versuchen Sie Ihr Glück.

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